„Die Sparsamen dürfen nicht die Deppen sein“, übte sich Tirols Landeshauptmann Günther Platter laut Titelseite des Kurier vom 15.01. in Kritik. Inhaltlich stimme ich ihm zu, aber: Er verbindet mit dieser „emotionalen“ Formulierung die Begriffe Sparsamkeit und Dummheit – und so etwas wirkt tiefenpsychologisch manchmal kontraproduktiv, denn im Unbewussten gibt es keine Verneinungen. (Beispiel: Denken Sie nicht an einen Schäferhund! Woran denken sie bei diesem Satz?) Daher finde ich solche sprachlichen Verknüpfungen problematisch.

Bei der gestrigen Verleihung des – nicht mehr nur Niederösterreichischen sondern jetzt sogar Europäischen – Vorsorgepreis‘ war mir die Gelegenheit geboten, über die vielfach vernachlässigte mentale – gedankliche im Gegensatz zur seelischen – Gesundheit zu sprechen, aber die scherzbewusste Moderatorin hat mich daran gehindert, meine Gedanken ungestört auszuführen, daher versuche ich es jetzt […]

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Zu den Signal-Systemen des Unbewussten zählen nicht nur Träume, Witze, Fehlleistungen oder Störungs- bzw. Krankheitssymptome sondern auch das „Wording“.

Innenminister Kickl sprach davon, Aufenthaltswerbende in Großzentren „konzentrieren“ zu wollen – eine bedenkliche Wortwahl. Unabhängig davon, dass der Begriff Konzentration politischen Gegnern eine bequeme Angriffsfläche bietet, indem man ihn mit den Konzentrationslagern faschistischer Regimes in Verbindung bringt, bleibt die Frage offen: Geschah dies aus mangelnder Sensibilität? Geplanter Anbiederung an den „rechten Rand“? Gezielter Provokation? Oder nur Unachtsamkeit? Letztere fordert allerdings auch zu Wortspielen heraus (wie “Konzentrieren Sie sich mehr!“). Es gibt sicherlich noch mehr Assoziationsmöglichkeiten, aber mir reichen diese naheliegenden Phantasien … denn Phantasie ist alles, was wir an geheimen Motiven und Absichten anderen unterstellen […]

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„Hartinger wurde entmachtet“, „Kurz pfiff die Sozialministerin rasch zurück“, „Hartinger-Klein bekam von der türkis-blauen Führungsriege die Leviten gelesen“ – diese Formulierungen verwendet „KKN“ (warum keine Namensnennung?) am 11.01. auf Seite 3 im Kurier zu Gesundheits- und Sozialministerin, die ihre Positionen zur Notstandshilfe (kein Rückgriff auf Vermögen von Langzeitarbeitslosen) konkret benennt – anstatt in ihren Aussagen vage zu bleiben, wie es Kanzler und Vizekanzler von Journalisten laufend vorgeworfen wird.

Als ich das las, war ich entsetzt: Einen Hund „pfeift man zurück“ – und nicht einen Menschen!

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„Sozialporno“ nannte heute der Kameramann von Servus-TV, der mich dazu gefilmt hatte, die Berichterstattung mancher Medien über den angegebenen Erstickungs-Tod eines acht Monate alten Säuglings und den Selbsttötungsversuch seiner Mutter mit der Verknüpfung zu einem vermuteten Sexualdelikt in der Familie […]

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Die glückliche Mutter des Wiener Neujahrbabys war mit dem traditionellen muslimischen Kopftuch abgebildet – und erntete deswegen einen Shitstorm an Hasspostings und ihr kleines Mädchen sogar Todesdrohungen.

Was hat die Hater so aufgestachelt? Das Kopftuch – oder das Liebesglück der Mutter? Ist es also „nur“ Neid?

Der deutsch-israelisch-amerikanische Soziologieprofessor Amitai Etzioni (* 1929) weist in seinem Klassiker „Die Verantwortungsgesellschaft“ darauf hin, dass es der Mangel an „positiven Bindungen“ ist, der das „soziale Selbst“ an seiner Entfaltung hindert und dadurch das „unsoziale Selbst“ wachsen lässt. Dem Wiener Caritas-Generalsekretär Klaus Schwertner ist daher hohe Anerkennung auszusprechen, dass er eine positive „Abwehrform“ für all diese „Flüche“ gefunden hat: den „flower rain“. Vorbildlich. Eine sichtbare Ehrung wäre fällig …

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Am 28. Jänner wählt Niederösterreich den Landtag neu, und die Spitzenkandidatin der Grünen, die Tierärztin Helga Krismer, posiert auf einem Wahlplakat in frei nachempfundener Maske als Prinzessin Leia aus dem Film „Krieg der Sterne“. Ungewohnt … Aber wir sind ja im Fasching. Und in jeder Werbung gilt es vor allem aufzufallen […]

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Es ist ja normal, d. h. gesund, üblich und (außer von autoritären Personen) gerechtfertigt, dass man Kritik übt, wenn einem etwas nicht gefällt – wenn es der eigenen Weltanschauung – Religion und Parteizugehörigkeit mitgemeint – widerspricht oder gar eigene Werte verletzt. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass es immer auch gegensätzliche wie auch neutrale, also beides im Blickfeld behaltende, Positionen gibt […]

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Da lese ich doch heute (27. 12.) auf XING News Empfehlungen, Titel: „Mit diesen subtilen Machtgesten gewinnen Sie jede Diskussion“ – und was finde ich da?
Kurz gesagt: Blickkontakt vermeiden – das mache einen unnahbar und überlegen – und in winzigen Schritten Revierverletzungen setzen – das schüchtere ein und fördere Unterlegenheitsgefühle.
Also noch kürzer gesagt: Demonstrierte soziale Inkompetenz

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Von Joachim Ringelnatz gibt es ein Gedicht („Die Riesendame der Oktoberwiese“), darin heißt es am Ende: „Da nahte sich mit wohlgebornen Schritten / Der Elefant vom Nachbarzelt. / Und sagte: „Emmy, schwerste Frau der Welt, / Darf ich um einen kleinen Beischlaf bitten?“ / Diskret entweichend konnte ich noch hören: / „Nur zu! Beim Essen kann mich gar nichts stören!“

Daran musste ich denken, als ich heute im Standard den Bericht „Schweden sollen vor Sex um Erlaubnis bitten“ […]

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In den Salzburger Nachrichten vom 18. Dezember erklärt die Kolumnistin Karin Portenkirchner das mangelnde Blinken vieler Autofahrer damit, dass es „uncool“ sein – des „nervigen“ Geräusches wegen, das es verursache – oder weil sich dahinter möglicherweise eine „Sehnsucht nach Privatheit“ verberge, „es muss nicht jeder alles wissen“. Interessanter Ansatz, letzterer, finde ich: Da kann nämlich auch noch ein versteckter Machtwahn zum Ausdruck kommen, der in etwa lautet „Für die Surm (= Dummköpfe) hinter mir blinke ich doch nicht!“ […]

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„Entweder ist die Umwelt immer böser zu uns, oder wie reagieren immer empfindlicher auf die Umwelt“, schreibt Andreas Schwarz am heutigen Montag auf Seite 1 im Kurier, um dann darüber zu ätzen, dass sich viele Menschen als Allergiker ausweisen. Besonders der Hinweis, es gäbe jetzt „sogar“ ein „Gegenmittel“ gegen Apfelallergie, lässt ihn die Symptome „Schwellungen, Rötungen, Bläschen und Juckreiz“ mit Pseudomitleid – „wirklich arm“ – verbinden.

Bei allem Verständnis, dass es nicht so leicht ist, ein Thema fürs „Ohrwaschel“ auf der Seite 1 einer Tageszeitung zu finden, frage ich mich, was diese Abwertung der Gesundheitsbeeinträchtigung durch allergische Reaktionen bezwecken soll […]

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Als ich noch Gerichtssachverständige war, wurde ich einmal gebeten, das Gutachten eines prominenten Kinderpsychiaters zu bewerten, der in Beantwortung der Frage, ob einem Vater, dem sexuelle Übergriffe auf seinen sechsjährigen Adoptivsohn vorgeworfen wurden, Besuchsrechte eingeräumt werden sollten, in etwa geschrieben hatte: Dies wäre unbedingt zu befürworten, denn dieser sei ja Diplomat, beherrsche mehrere Sprachen und könne das Kind daher besonders fördern. Die Mutter sei zwar auch Akademikerin aber doch schon einige Jahre nicht mehr im Beruf und daher könne man von ihr solch eine Förderung nicht erwarten.

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Wieder hat ein Mann auf eine fremde Frau brutal eingeschlagen und sie gewürgt, nachdem sein Körperverhalten kritisiert wurde, entnehme ich oe24 am Morgen. Erst mehrere Fahrgäste der U-Bahn hätten den rabiaten Schläger von der Frau losreißen können, und: Es folgte die polizeiliche Anzeige wegen Körperverletzung.

Es stellen sich dabei mehrere Fragen […]

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In Deutschland haben die Verfassungsrichter festgestellt, dass der dichotome Zwang, einen Menschen nach dem einen oder anderen von nur zwei Geschlechtsidentitäten einzuteilen, gegen das Grundgesetz verstößt. Umdenken ist angesagt […]

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Ein 19jähriger Skater sei auf einem Kinderspielpatz mit seinem Vehikel scharf auf Kinder und deren Mütter losgefahren, und als ihn eine davon zur Rede stellte, habe er sie gewürgt und zu Boden gerungen und einem einschreitenden Polizisten einen Faustschlag ins Gesicht gegeben, lese ich am 5. November in orf online […]

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