Es war einmal … ein Bundeskanzler, der hielt Stellung trotz Dialyse. Eine Gesundheitsministerin, die führte ihre Geschäfte trotz Chemotherapie. Ein Außenminister, der führte Österreich in die EU trotz schwerster Parkinson-Symptome. Ein Nationalbankpräsident, der lenkte Österreichs Währungspolitik trotz Schlaganfall, Aphasie und Rollstuhl. Menschen mit Verantwortungsgefühl eben.

Es gibt aber auch Menschen, die steigen aus, wenn es für sie nicht mehr stimmt … und wagen sich in eine unsichere Zukunft hinein. Aber sie bestellen vorher ihr Haus. Franz Werfels Novelle vom „Tod des Kleinbürgers“ fällt mir ein, der sein schwindendes Leben hinauszögern will, damit seine Frau in den Genuss seiner Versicherungsprämie kommen kann…

Und dann gibt es Menschen, die schmeißen alles hin, wenn es sie nicht mehr freut […]

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Wie kommt es, dass manche Leute wildfremden Anrufern Geld oder kompromittierende Sexfotos von sich selbst anvertrauen, wurde ich unlängst gefragt. Weil sie es schaffen, ihre Ausbeutungs-Opfer in bestimmte Gefühlszustände zu versetzen, lautete meine Antwort, und: Weil viele Leute „Höflichkeit“ höher wertschätzen als Mißtrauen, Zögerlichkeit oder Widerstand.

Es sind vor allem Personen mit altertümlich klingenden Vornamen, die sich diese Telefongaukler heraussuchen, um ihnen Angst zu machen, ihrem Kind oder Kindeskind drohe eine Anzeige und nur sie als vermeintliche Polizisten könnten dies abwenden. Andere geben sich als Inkassobeauftragte aus und behaupten forsch bei Jüngeren, sie hätten eine offene Rechnung einzutreiben. Oder man hätte ihr Auto beschädigt … oder den Gartenzaun … Es geht immer darum, psychischen Druck auszuüben und das gelingt, wenn man der anderen Person so ungute Gefühle macht, dass sie alles tut, um aus dieser Bedrängnis (strafrechtlich je nach Wortwahl: Nötigung oder Erpressung) herauszukommen […]

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Das letzte Mal war ich in Staatz glaub ich 1953 – am Schulwandertag in der 3. Klasse Volksschule mussten wir die Ruine erforschen. Und jetzt nach langer Zeit das erste Mal wieder – eingeladen zur Premiere des Musicals, und das erste Mal erlebt, was der Bühnenzauberer Werner Auer ersingt und alles noch dazu erarbeitet – und stolz gewesen im Bewusstsein, was sich in diesen 65 Jahren da entwickelt hat.

Um Entwicklung geht es ja auch in dem Musical nach dem Roman von Victor Hugo, um einen Mann, der wegen des Brot-Diebstahls für ein hungerndes Kind als Strafgefangener verbittert nach Haftverlängerungen wegen Ausbruchsversuchen unentwegt auf „Sträfling“ definiert und abgelehnt wird. Von dem berühmten Soziologen Norbert Elias (1897–1990) stammt der Satz „Gib einer Gruppe einen schlimmen Namen und sie wird ihm folgen“. Genau das passiert Jean Valjean – er wird als Schwerverbrecher definiert […]

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Unter diesem Titel hat Felix Baumgartner (49), laut Wikipedia von Beruf Schlosser und vom Bundesheer als militärisch ungeeignet entlassen, den Bundespräsidenten und Universitätsprofessor Dr. Alexander Van der Bellen (74) sowie den Präsidenten der Europäischen Kommission und studierten Juristen und Rechtsanwalt Jean-Claude Juncker (64) kritisiert. Nein – nicht sachlich. Beim Bundespräsidenten hat er einen intellektuell anspruchsvollen Scherz nicht als solchen erkannt, und beim Kommissionspräsidenten eine medizinische Notlage.

Wen also hat er mir der Überschrift gemeint? Beide? Niemand bestimmten?

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Wenn in einer Familie der Vater immer die zwei größten Schnitzel bekommen – „gekriegt“ – hat und plötzlich „gerecht“ mit Frau und Kindern vier gleichgroße bekommen soll, ist nachvollziehbar, dass er sich wehrt. Dieser „Reflex“ ist aus den Tagen der Einführung des partnerschaftlichen Familienrechts und der Gewaltschutzgesetze für Frauen und Kinder bekannt – und tritt leider immer noch auf. Man(n) fühlt sich „benachteiligt“, wenn man(n) „wohlerworbene Rechte“ (oder auch Privilegien) aufgeben soll. Damals, in den 1970er Jahren wurden vor allem Argumente von größerer Arbeitsbelastung der Männer (statt korrekt: in manchen Berufsanforderungen) und Familienerhalterpflichten (die heute viele Frauen tragen, nicht nur Alleinerzieherinnen) vorgebracht […]

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Spätestens seit den ideologischen Kämpfen um das Atomkraftwerk Zwentendorf ist in Österreich deutlich geworden, wie man die eigene Position durch Wissenschaftler verstärken kann: Man muss nur suchen, wessen Ansichten zu den eigenen passen und dann muss man diese Person medial als Experten „vermarkten“. Das geht umso leichter, je extremer deren Ansichten sind und sich skandalisieren lassen. Das gelingt am leichtesten, wenn man unterschwellig alte Ängste vor Benachteiligung und Ungerechtigkeit anspricht – und genau die sind es, die meist bereits unbewusst die Themenwahl bedingen. Was mit einem selbst nichts zu tun hat, interessiert einen nicht (besonders). Mir sagte einmal einer meiner psychotherapeutischen Ausbildner, niemand wähle einen Helferberuf, der nicht mindestens einen leidenden Elternteil hatte und unbewusst hoffe, dessen „Geheimnis“ zu verstehen, vielleicht auch zu beseitigen. Ich ergänze mit meiner heutigen Erfahrung aus über 40 Jahren Beratung und Therapie: nicht allein das Leiden einer wichtigen Bezugsperson, sondern vor allem auch eigenes […]

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In der Supervision sagte einmal ein Sozialarbeiter, seine vorgesetzte Juristin sähe Menschen wie Aktenordner, die man einfach in Regalen unterbringe. Daran musste ich denken, als ich las, dass Donald Trump die Kinder illegal Eingewanderter von ihren Eltern trenne und kaserniere – quasi als Strafe für die Eltern.

Tiefenpsychologisch könnte man vermuten, dass er sich damit versichern wolle, dass auch sein Getrenntsein von seinem Sohn Barron bei diesem keine Schäden hervorrufen könne. (Über andere Schäden, die „über-mächtige“ Väter bei ihren Söhnen auslösen können, möchte ich ein anderes Mal Beispiele bringen.) […]

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Der Zeitablauf vom ersten Impuls – oder Gedanken – an Mord, Verletzung, Quälen oder andere Angriffe auf Leib und (auch seelisches) Leben kann unterschiedlich dauern und wird auch nicht immer „bewusst“ – also in der Sprache des „inneren Dialogs“ – wahrgenommen.

Im Affekt überflutet die Kampf- bzw. Vernichtungsenergie den Menschen (in seiner Körper-Seele-Geist-Einheit) so blitzartig und intensiv, dass sich kaum jemand beherrschen kann – außer er oder sie hat das trainiert. Beispielweise beim Erlernen einer östlichen Kampfsportart. Deswegen fordere ich seit Mitte der 1980er Jahre, dass dies in den Turnunterricht – derzeit „Bewegung und Sport“ genannt, ich finde „Leibeserziehung“ viel besser weil umfassender! – aufgenommen werden sollte […]

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Es ist nicht Rache an irgendwem, der einen gemobbt hat – es ist Rache an einem Leben, das einem den Erfolg versagt, der in Film und Fernsehen vorgegaukelt wird (vorausgesetzt man hat die richtigen Freunde, den richtigen Job und kauft die richtigen Produkte). Mobbing, Beschimpfungen, grobe Kritik oder einfach nur Ignoranz – all das kann zum Auslöser werden, wenn das Fass der Demütigungen schon übervoll ist. (Deswegen sollte nachgeforscht werden, ob so etwas in den letzten Tagen vor dem Eklat vorgefallen ist – aber vermutlich wird es abgestritten.)

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In seinem Buch „Etablierte und Außenseiter“ formulierte der deutsch-britische Soziologieprofessor Norbert Elias (1897–1990), „Gib einer Gruppe einen schlechten Namen und sie wird ihm nachkommen“. Ähnliches zeigt sich auch, wenn man ein Kind andauernd als dumm bezeichnet: Es übernimmt diese „Namensgebung“ und glaubt daran […]

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In Indien sind Vergewaltigungen seit 2012 um 60 % angewachsen. (http://orf.at/stories/2434939/2434940/) Und es werden Kinder – nicht nur Kinder – zu Tode vergewaltigt oder gleich getötet. Ein neues Gesetz sieht daher für Vergewaltigungen von Kindern unter 12 Jahren die Todesstrafe vor (bisher gab es maximal nur lebenslange Haft). Das Gesetz sieht vor – aber werden Polizei und die Richterschaft diese „Absichtserklärung“ auch verinnerlichen? Immerhin stehen für die Vergewaltigung und Ermordung der 8jährigen Muslima Asifa Bono 5 hinduistische Männer unter Verdacht, darunter 4 Polizisten und ein Hindupriester. Als Schuldige werden aber das (zwar abgeschaffte dennoch lebendige) Kastenwesen zitiert, das die Diskriminerung von Frauen gestatte,  die Vorbilder der Gewalt als angebliche Leidenschaft in Bollywood-Filmen, die Langeweile, Frustration sowie übermäßiger Alkoholkonsum – und ein Männerüberschuss von 37 Millionen. Dass auch dieser mit der verbreiteten Abtreibung weiblicher Föten wie der getarnten Ermordung von Frauen durch „Küchenunfälle“ zusammenhängt, wird verschwiegen […]

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„Erschieß mich!“ soll der 25jährige Softwareentwickler den Polizisten zugerufen haben, der ihn nach dessen Amokfahrt in Toronto, bei der 10 Menschen getötet und 15 schwer verletzt wurden, gestellt hatte. Ziel „Suicide by cop“? Oder ein Ausbruch jahrelang aufgestauter Aggression – oder Verzweiflung?

Wie so oft melden sich nun ehemalige Schul- bzw. Studienkollegen zu Wort: Der Täter wäre nicht gesellig gewesen, in eine Schule für Menschen „mit besonderen Bedürfnissen“ gegangen, seine Körpersprache hätte auf eine geistige Behinderung schließen lassen … und er hätte beim Gehen vor sich hin miaut […]

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Wertschätzung erkennt man unter anderem daran, dass echtes Engagement, konkreter Einsatz, ernsthaftes Bemühen, auch Anstrengung und Ausdauer anerkannt und positiv bewertet werden – Betonung auf „echt“ und „ernsthaft“. Immerhin gibt es ja auch bloße Lippenbekenntnisse. Wenn sich also George Bush sen. mit der Beschwörung „Read my lips!“ als quasi Eid, es werde keine neue Steuern geben, in der Geschichte verewigt hat, wusste er wohl, weshalb er die Aufmerksamkeit von seinen Augen – bekanntlich die Fenster zur Seele – abgelenkt hat […]

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Sozialministerin Hartinger-Klein wolle die Allgemeine Unfall Versicherungs Anstalt „aus persönlichen Rachegelüsten“ auflösen, meldete der neue „Bundesgeschäftsführer“ der SPÖ (vor Vranitzky hieß diese Funktion „Zentralsekretär“, aber das klang dem „Sozialisten im Nadelstreif“ (SN 04.10.2012) zu sehr nach Sowjetunion), Max Lercher, weil sie sich 2017 „vergeblich um eine AUVA-Führungsposition beworben habe“. (Kurier, 08.04., S. 2). In der Psychoanalyse nennen wir so etwas „Projektion“ […]

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Stefan Zweig (1881–1942), nicht nur hochangesehener Schriftsteller sondern auch promovierter Philosoph, beschrieb in „Heilung durch den Geist“ anschaulich den wechselhaften Lebensweg des Arztes und Entdeckers des „animalischen Magnetismus“ Franz Anton Mesmer (1734–1815) – vor allem die Verleumdungen und Skandalisierungen durch konkurrierende Kollegen, die den erfolgreichen Heiler aus Wien weg haben wollten. „Wer heilt, hat Recht“ sagt zwar der Volksmund, nicht aber das Spottmaul, das jenseits kritischer Überprüfungen nur selbsterhöhende Aufmerksamkeit akquirieren will […]

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