Wenn in einer Familie der Vater immer die zwei größten Schnitzel bekommen – „gekriegt“ – hat und plötzlich „gerecht“ mit Frau und Kindern vier gleichgroße bekommen soll, ist nachvollziehbar, dass er sich wehrt. Dieser „Reflex“ ist aus den Tagen der Einführung des partnerschaftlichen Familienrechts und der Gewaltschutzgesetze für Frauen und Kinder bekannt – und tritt leider immer noch auf. Man(n) fühlt sich „benachteiligt“, wenn man(n) „wohlerworbene Rechte“ (oder auch Privilegien) aufgeben soll. Damals, in den 1970er Jahren wurden vor allem Argumente von größerer Arbeitsbelastung der Männer (statt korrekt: in manchen Berufsanforderungen) und Familienerhalterpflichten (die heute viele Frauen tragen, nicht nur Alleinerzieherinnen) vorgebracht […]

hier weiterlesen >>>

Spätestens seit den ideologischen Kämpfen um das Atomkraftwerk Zwentendorf ist in Österreich deutlich geworden, wie man die eigene Position durch Wissenschaftler verstärken kann: Man muss nur suchen, wessen Ansichten zu den eigenen passen und dann muss man diese Person medial als Experten „vermarkten“. Das geht umso leichter, je extremer deren Ansichten sind und sich skandalisieren lassen. Das gelingt am leichtesten, wenn man unterschwellig alte Ängste vor Benachteiligung und Ungerechtigkeit anspricht – und genau die sind es, die meist bereits unbewusst die Themenwahl bedingen. Was mit einem selbst nichts zu tun hat, interessiert einen nicht (besonders). Mir sagte einmal einer meiner psychotherapeutischen Ausbildner, niemand wähle einen Helferberuf, der nicht mindestens einen leidenden Elternteil hatte und unbewusst hoffe, dessen „Geheimnis“ zu verstehen, vielleicht auch zu beseitigen. Ich ergänze mit meiner heutigen Erfahrung aus über 40 Jahren Beratung und Therapie: nicht allein das Leiden einer wichtigen Bezugsperson, sondern vor allem auch eigenes […]

hier weiterlesen >>>

In der Supervision sagte einmal ein Sozialarbeiter, seine vorgesetzte Juristin sähe Menschen wie Aktenordner, die man einfach in Regalen unterbringe. Daran musste ich denken, als ich las, dass Donald Trump die Kinder illegal Eingewanderter von ihren Eltern trenne und kaserniere – quasi als Strafe für die Eltern.

Tiefenpsychologisch könnte man vermuten, dass er sich damit versichern wolle, dass auch sein Getrenntsein von seinem Sohn Barron bei diesem keine Schäden hervorrufen könne. (Über andere Schäden, die „über-mächtige“ Väter bei ihren Söhnen auslösen können, möchte ich ein anderes Mal Beispiele bringen.) […]

hier weiterlesen >>>

Der Zeitablauf vom ersten Impuls – oder Gedanken – an Mord, Verletzung, Quälen oder andere Angriffe auf Leib und (auch seelisches) Leben kann unterschiedlich dauern und wird auch nicht immer „bewusst“ – also in der Sprache des „inneren Dialogs“ – wahrgenommen.

Im Affekt überflutet die Kampf- bzw. Vernichtungsenergie den Menschen (in seiner Körper-Seele-Geist-Einheit) so blitzartig und intensiv, dass sich kaum jemand beherrschen kann – außer er oder sie hat das trainiert. Beispielweise beim Erlernen einer östlichen Kampfsportart. Deswegen fordere ich seit Mitte der 1980er Jahre, dass dies in den Turnunterricht – derzeit „Bewegung und Sport“ genannt, ich finde „Leibeserziehung“ viel besser weil umfassender! – aufgenommen werden sollte […]

hier weiterlesen >>>

Es ist nicht Rache an irgendwem, der einen gemobbt hat – es ist Rache an einem Leben, das einem den Erfolg versagt, der in Film und Fernsehen vorgegaukelt wird (vorausgesetzt man hat die richtigen Freunde, den richtigen Job und kauft die richtigen Produkte). Mobbing, Beschimpfungen, grobe Kritik oder einfach nur Ignoranz – all das kann zum Auslöser werden, wenn das Fass der Demütigungen schon übervoll ist. (Deswegen sollte nachgeforscht werden, ob so etwas in den letzten Tagen vor dem Eklat vorgefallen ist – aber vermutlich wird es abgestritten.)

hier weiterlesen >>>

In seinem Buch „Etablierte und Außenseiter“ formulierte der deutsch-britische Soziologieprofessor Norbert Elias (1897–1990), „Gib einer Gruppe einen schlechten Namen und sie wird ihm nachkommen“. Ähnliches zeigt sich auch, wenn man ein Kind andauernd als dumm bezeichnet: Es übernimmt diese „Namensgebung“ und glaubt daran […]

hier weiterlesen >>>

In Indien sind Vergewaltigungen seit 2012 um 60 % angewachsen. (http://orf.at/stories/2434939/2434940/) Und es werden Kinder – nicht nur Kinder – zu Tode vergewaltigt oder gleich getötet. Ein neues Gesetz sieht daher für Vergewaltigungen von Kindern unter 12 Jahren die Todesstrafe vor (bisher gab es maximal nur lebenslange Haft). Das Gesetz sieht vor – aber werden Polizei und die Richterschaft diese „Absichtserklärung“ auch verinnerlichen? Immerhin stehen für die Vergewaltigung und Ermordung der 8jährigen Muslima Asifa Bono 5 hinduistische Männer unter Verdacht, darunter 4 Polizisten und ein Hindupriester. Als Schuldige werden aber das (zwar abgeschaffte dennoch lebendige) Kastenwesen zitiert, das die Diskriminerung von Frauen gestatte,  die Vorbilder der Gewalt als angebliche Leidenschaft in Bollywood-Filmen, die Langeweile, Frustration sowie übermäßiger Alkoholkonsum – und ein Männerüberschuss von 37 Millionen. Dass auch dieser mit der verbreiteten Abtreibung weiblicher Föten wie der getarnten Ermordung von Frauen durch „Küchenunfälle“ zusammenhängt, wird verschwiegen […]

hier weiterlesen >>>

„Erschieß mich!“ soll der 25jährige Softwareentwickler den Polizisten zugerufen haben, der ihn nach dessen Amokfahrt in Toronto, bei der 10 Menschen getötet und 15 schwer verletzt wurden, gestellt hatte. Ziel „Suicide by cop“? Oder ein Ausbruch jahrelang aufgestauter Aggression – oder Verzweiflung?

Wie so oft melden sich nun ehemalige Schul- bzw. Studienkollegen zu Wort: Der Täter wäre nicht gesellig gewesen, in eine Schule für Menschen „mit besonderen Bedürfnissen“ gegangen, seine Körpersprache hätte auf eine geistige Behinderung schließen lassen … und er hätte beim Gehen vor sich hin miaut […]

hier weiterlesen >>>

Wertschätzung erkennt man unter anderem daran, dass echtes Engagement, konkreter Einsatz, ernsthaftes Bemühen, auch Anstrengung und Ausdauer anerkannt und positiv bewertet werden – Betonung auf „echt“ und „ernsthaft“. Immerhin gibt es ja auch bloße Lippenbekenntnisse. Wenn sich also George Bush sen. mit der Beschwörung „Read my lips!“ als quasi Eid, es werde keine neue Steuern geben, in der Geschichte verewigt hat, wusste er wohl, weshalb er die Aufmerksamkeit von seinen Augen – bekanntlich die Fenster zur Seele – abgelenkt hat […]

hier weiterlesen >>>

Sozialministerin Hartinger-Klein wolle die Allgemeine Unfall Versicherungs Anstalt „aus persönlichen Rachegelüsten“ auflösen, meldete der neue „Bundesgeschäftsführer“ der SPÖ (vor Vranitzky hieß diese Funktion „Zentralsekretär“, aber das klang dem „Sozialisten im Nadelstreif“ (SN 04.10.2012) zu sehr nach Sowjetunion), Max Lercher, weil sie sich 2017 „vergeblich um eine AUVA-Führungsposition beworben habe“. (Kurier, 08.04., S. 2). In der Psychoanalyse nennen wir so etwas „Projektion“ […]

hier weiterlesen >>>

Stefan Zweig (1881–1942), nicht nur hochangesehener Schriftsteller sondern auch promovierter Philosoph, beschrieb in „Heilung durch den Geist“ anschaulich den wechselhaften Lebensweg des Arztes und Entdeckers des „animalischen Magnetismus“ Franz Anton Mesmer (1734–1815) – vor allem die Verleumdungen und Skandalisierungen durch konkurrierende Kollegen, die den erfolgreichen Heiler aus Wien weg haben wollten. „Wer heilt, hat Recht“ sagt zwar der Volksmund, nicht aber das Spottmaul, das jenseits kritischer Überprüfungen nur selbsterhöhende Aufmerksamkeit akquirieren will […]

hier weiterlesen >>>

Im heutigen Pressedienst der Evangelischen Kirche für Österreichs lese ich den Protest des niederösterreichischen Superintendenten (entspricht protokollarisch dem katholischen Diözesanbischof) Mag. Lars Müller-Marienburg zu den Worten des gestern als FPÖ-Landesrat neu angelobten Gottfried Waldhäusl, wonach dieser zu dem Ansinnen einen Gefängnisstandort im niederösterreichischen Waldviertel zu errichten, gesagt habe: „Jetzt soll der Abschaum zu uns abgeschoben werden? Das bringt keinerlei Wertschöpfung für die Region!“ […]

hier weiterlesen >>>

Es wären Kurzschlusshandlungen gewesen, behauptete der 61jährige Volleyballtrainer, der wegen zahlreicher sexueller Übergriffe auf vorpubertäre Mädchen vor Gericht stand, auch wenn in seinem Vorgehen ein gleichbleibendes Schema erkennbar war. Grooming heißen diese Rituale Vertrauen aufbauender Handlungen in der Fachsprache. Auch die Verteidigungsstrategien der Täter sind wohlbekannt: Zumeist wird den Kindern Mitbeteiligung („Mitschuld“) vorgeworfen. Das zeigt aber nur die Interpretationen und Phantasien der Täter – und ihren Mangel Selbstreflexion und damit Selbsterkenntnis […]

hier weiterlesen >>>

Messerattacken haben sich in den letzten zehn Jahren stark vermehrt. Das hat Angst ausgelöst: Die Angst vor dem „unsichtbaren Gegner“ im Rücken. Die Angst vor dem Überraschungsangriff. Die Angst vor der eigenen Wehrlosigkeit und Ohnmacht …

Angst ist sowohl ein Gefühl als auch eine körperliche Empfindung, ausgelöst durch ein Phantasiebild. Was hier aber zur Quadrinität (d. h. Vierheit) des Bewusstseins fehlt, ist das Vernunftdenken. Angst ist immer eine Herausforderung, genau hinzusehen und nachzuforschen, wann, wo und wie die „Geschichte“ einer Gewalthandlung begonnen hat und welche eigenen Anteile man dabei hat bzw. vermieden haben könnte  […]

hier weiterlesen >>>

Manchmal ist es schwer, die passenden Worte zu finden. Zumindest wenn man sich die Mühe machen will, nicht nur Beleidigungen von sich zu geben. Oder kontraproduktive Beschönigungen. Dann hilft nachdenken, abwägen, verwerfen – oder wie schon Ludwig Wittgenstein feststellte „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen“.

Wovon ich nicht schweigen will, ist die Unart, mit „Diagnosen“ aus Psychiatrie und Psychotherapie um sich zu schmeißen — und damit das Denken all derer zu beeinflussen, die Augen- oder Ohrenzeugen dieser verdorbenen Geistesnahrung werden. (Die Metapher zu Esswaren wähle ich bewusst, um zu erinnern, dass wir verdorbenes Essen auch nicht mehr konsumieren sollten, um uns nicht zu vergiften sondern es, korrekt getrennt, dem Müll zuführen.) […]

hier weiterlesen >>>