In den Salzburger Nachrichten vom 7. September, Seite 19, wird die Rechtfertigung des wegen Vergewaltigung einer 44jährigen, der er „Hilfe beim Übersiedeln“ angeboten hatte, rechtskräftig zu zwei Jahren Haft (vier Monate davon unbedingt mit Psychotherapie-Auflage) verurteilten 20jährigen mit „Ich hatte schon so lange keinen Sex mehr“ berichtet.

Bei der – leider durchaus üblichen – Formulierung „Sex gehabt“ fällt mir sofort Erich Fromms Klassiker „Haben oder Sein – Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“ aus 1976 ein: Haben-Menschen wollen besitzen und konsumieren, Sein-Menschen wollen sich selbst verwirklichen – und diesen Unterschied erkennt man auch an der jeweils verwendeten Sprache.

Fromm schreibt: „Eine gewisse Verschiebung des Akzents vom Sein zum Haben lässt sich sogar an der zunehmenden Verwendung von Hauptwörtern und der Abnahme von Tätigkeitswörtern in den westlichen Sprachen innerhalb der letzten Jahrhunderte feststellen […]

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