Ein noch nicht „erzogenes“ Kleinkind (was etwas anderes ist als ein „unerzogenes“) pflegt um sich zu schlagen und zu schreien, wenn es etwas nicht will. Viele Erziehungspersonen verstehen das als Kampfangebot und wollen ihren Willen, das Kind solle ruhig sein, um jeden Preis durchsetzen – wobei die Silbe „durch“ schon darauf hinweist, dass damit etwas durchdrungen wird (beispielsweise eine Sitzgelegenheit) – anstatt achtsam herauszufinden versuchen, was konkret der aktuelle Anlass ist.

So wird schon von klein auf das angebliche Recht des Stärkeren im Denken verankert. Dann heißt es, „ohne Gewalt geht gar nichts“ – aber das ist nur eine Bankrotterklärung der sozialen Kreativität. Aber auch diese wird „gelernt“, d. h. im Nervengeflecht der Wahrnehmungs- und Handlungsneuronen des Gehirns eingespeichert, indem man dazu von einem Vor-Bild (und das kann auch ein Buch sein) ermutigt wird. Heute sind es meist filmische Darstellungen – und die sind überreich von Kampfszenen, und wer daran Interesse hat, lässt sich leicht erahnen: Nicht nur Produzenten von Waffen und anderem kriegstauglichen Material oder Vertreter einer Politik der Stärke (Gewalt inbegriffen), sondern vor allem auch Menschen, die viel unterdrückte Wut und Rachegelüste in sich aufgespeichert haben und im besseren Fall nur „mitfiebern“, im schlechtesten jedoch nachahmen […]

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