In den Salzburger Nachrichten vom 18. Dezember erklärt die Kolumnistin Karin Portenkirchner das mangelnde Blinken vieler Autofahrer damit, dass es „uncool“ sein – des „nervigen“ Geräusches wegen, das es verursache – oder weil sich dahinter möglicherweise eine „Sehnsucht nach Privatheit“ verberge, „es muss nicht jeder alles wissen“. Interessanter Ansatz, letzterer, finde ich: Da kann nämlich auch noch ein versteckter Machtwahn zum Ausdruck kommen, der in etwa lautet „Für die Surm (= Dummköpfe) hinter mir blinke ich doch nicht!“ […]

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„Entweder ist die Umwelt immer böser zu uns, oder wie reagieren immer empfindlicher auf die Umwelt“, schreibt Andreas Schwarz am heutigen Montag auf Seite 1 im Kurier, um dann darüber zu ätzen, dass sich viele Menschen als Allergiker ausweisen. Besonders der Hinweis, es gäbe jetzt „sogar“ ein „Gegenmittel“ gegen Apfelallergie, lässt ihn die Symptome „Schwellungen, Rötungen, Bläschen und Juckreiz“ mit Pseudomitleid – „wirklich arm“ – verbinden.

Bei allem Verständnis, dass es nicht so leicht ist, ein Thema fürs „Ohrwaschel“ auf der Seite 1 einer Tageszeitung zu finden, frage ich mich, was diese Abwertung der Gesundheitsbeeinträchtigung durch allergische Reaktionen bezwecken soll […]

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Als ich noch Gerichtssachverständige war, wurde ich einmal gebeten, das Gutachten eines prominenten Kinderpsychiaters zu bewerten, der in Beantwortung der Frage, ob einem Vater, dem sexuelle Übergriffe auf seinen sechsjährigen Adoptivsohn vorgeworfen wurden, Besuchsrechte eingeräumt werden sollten, in etwa geschrieben hatte: Dies wäre unbedingt zu befürworten, denn dieser sei ja Diplomat, beherrsche mehrere Sprachen und könne das Kind daher besonders fördern. Die Mutter sei zwar auch Akademikerin aber doch schon einige Jahre nicht mehr im Beruf und daher könne man von ihr solch eine Förderung nicht erwarten.

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Wieder hat ein Mann auf eine fremde Frau brutal eingeschlagen und sie gewürgt, nachdem sein Körperverhalten kritisiert wurde, entnehme ich oe24 am Morgen. Erst mehrere Fahrgäste der U-Bahn hätten den rabiaten Schläger von der Frau losreißen können, und: Es folgte die polizeiliche Anzeige wegen Körperverletzung.

Es stellen sich dabei mehrere Fragen […]

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In Deutschland haben die Verfassungsrichter festgestellt, dass der dichotome Zwang, einen Menschen nach dem einen oder anderen von nur zwei Geschlechtsidentitäten einzuteilen, gegen das Grundgesetz verstößt. Umdenken ist angesagt […]

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Ein 19jähriger Skater sei auf einem Kinderspielpatz mit seinem Vehikel scharf auf Kinder und deren Mütter losgefahren, und als ihn eine davon zur Rede stellte, habe er sie gewürgt und zu Boden gerungen und einem einschreitenden Polizisten einen Faustschlag ins Gesicht gegeben, lese ich am 5. November in orf online […]

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Als ich noch SPÖ-Politikerin war (1969–1987), wurden wir in den Rhetorikschulungen angewiesen, Killerphrasen zu enttarnen, indem wir den Inhalt direkt nachfragen – denn diese dienten nur der Einschüchterung derjenigen, die man kritikunfähig bzw. gleich mundtot machen will […]

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„Sind alle Männer Tiere?“ titelt profil diese Woche. Ja freilich, antworte ich – und Frauen auch. Wir alle haben ein Stammhirn und darin wurzelt das Erbe unserer animalischen Vorfahren. Sigmund Freud sprach vom (getriebenen bzw. triebhaften) „Es“ – und wer kennt sie nicht, diese Triebdurchbrüche, wenn man(n) oder frau sich beim Fressen, Saufen, Raufen oder Ficken nicht zurückhalten will […]

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Kaum jemand außer den „Eingeweihten“ erkennt, dass und wie Beschuldigte – besonders wenn sie durch ihr Fehlverhalten ihren Arbeitsplatz gefährdet oder verloren haben – versuchen, mittels  Litigation-PR eine „alternative Wahrheit“ zu installieren.

Litigation-PR oder „strategische Rechtskommunikation“ ist eine besondere Dienstleistung von spezialisierten Anwälten, die dazu dient, Medienvertreter schon lange vor Prozessbeginn mit den Sichtweisen im Sinne der Verteidigungslinie des Mandanten zu „füttern“ […]

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Dass der Chefredakteur der republikseigenen Wiener Zeitung fristlos gekündigt wurde, weil die Geschäftsführung nach Vorlage schriftlicher Mitteilungen an eine Mitarbeiterin einwandfrei sexuelle Belästigung feststellte, finden manche übertrieben hart — dadurch würde ja nun die Existenz des 57jährigen zerstört.

Ich sehe das nicht so – denn die Zerstörung hat er ja selbst betrieben: Er hat sich als Führungskraft total disqualifiziert […]

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„Der umstrittener Partner von Tal Silberstein, Peter Puller, hat via Standard wissen lassen, dass er einen Lügendetektor-Test bestanden hat.“, lese ich am 12. Oktober im Kurier (Seite 5), und dass Staatsanwalt Gerhard Jarosch dazu festhält, dass diese Tests in Österreich bei Gericht nicht zugelassen sind.

Früher, als ich noch „nur“ Juristin war, habe ich das darauf zurückgeführt, dass die Rechtsanwaltskammer vermutlich bei irgendeiner Gesetzesbegutachtung dagegen war um sich nicht mit biologisch begründeten Gegenbeweisen herumschlagen zu müssen. Heute, als auf Stress spezialisierte Gesundheitspsychologin und Psychotherapeutin weiß ich es jedoch besser […]

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Da kritisiert Birgit Braunrath im Kurier (10. 10., Seite 1) die „erbärmlichen Signale“ einer Politik, „in der darum gerittert wird, wem die größte Opferrolle zufällt“. Also „ritterlich“ empfinde ich diese Konkurrenz keineswegs – die Wortwahl ist doch recht unglücklich gewählt – aber was mich stört, ist der Begriff „Opferrolle“. Er verschleiert nämlich, dass nur eine Person – Außenminister Kurz – derzeit übrigens auch Vorsitzender der OECD! – und zwar gezielt als Person! – zum Opfer von Verspottungen und Verleumdungen gemacht wurde. Dass im Schuldvertauschungsagieren (ein forensischer Fachbegriff für die Strategie „Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuld“) Täter Retourkutschen zu bauen versuchen, ist leicht erkennbar und üblicherweise schon aus der Vorschulzeit bekannt […]

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Ein Bravo ist ein gedungener Meuchelmörder. Sparafucile in Verdis „Rigoletto“ ist beispielsweise einer. Dass sich Rigolettos Tochter Gilda, als Mann verkleidet, für ihren Geliebten, den sexbesessenen Herzog von Mantua, opfert, konnte der pflichtbewusste Auftragsmörder zwar nicht ahnen – daher hat er seinen Auftrag verfehlt. Die Untat bleibt ihm dennoch zur Last – aber die Hauptschuld trifft den rachsüchtigen Vater, dessen „Erfüllungsgehilfe“ er war.

Um mein Gedächtnis zu stützen, sah ich bei „Dr. Google“ nach – und dort war es gar nicht so leicht, zum Phänomen Bravo zu gelangen – zu sehr dominieren die Eintragungen zum gleichnamigen Jugendmagazin. Was beide eint, ist die Zustimmung – denn der Bravo-Ruf bedeutet ja auch, dass jemand Männlicher (die weibliche Form wäre brava) etwas gut gemacht hat […]

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Als 2010 die Katholische Kirchen mit massiven Vorwürfen wegen sexueller Ausbeutung von Heranwachsenden konfrontiert war, wies ich in vielen Vorträgen und Publikationen (z. B. meinem Buch „Missbrauch: Kirche – Täter – Opfer“, LIT Verlag Berlin) darauf hin, dass nicht nur die Institution beschädigt würde sondern alle, die ihr zugehören oder sich mit ihr verbunden fühlen, weil sich so ein Schandfleck ausbreitet.

Jetzt ist die SPÖ mit solch einem Schandmal befleckt […]

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Da schreibt Michael Simoner am 28. 09. im Standard in seinem Kommentar zu den „menschenunwürdigen Zuständen in einer Einrichtung für pflegebedürftige Menschen“, die Politik müsse „geeignete Rahmenbedingungen“ schaffen: „Mehr Personal, bessere Entlohnung und eine staatliche finanzierte Pflegsicherung, die keinen Unterschied zwischen armen und reichen Patienten mach“ (S.32).

Bei allem Verständnis und Mitgefühl für den Zeitdruck, unter dem Journalisten ihre Texte verfassen müssen (ich bin ja die Witwe eines solchen und habe miterlebt, wie mein Ehemann seinen Magen, sein Herz und zuletzt sein Hirn in diesem Beruf ruiniert hat), sind diese Verbesserungsvorschläge bloß quantitative.

Das Problem der Gewalt in der Pflege ist aber ein qualitatives […]

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