… das habt ihr mir getan.“ (Mt 25, 40 b) bzw. „Was ihr nicht getan habt einem von diesen geringsten, das habt ihr auch mir nicht getan“ (Mt 25, 45)

Wann immer ich diese Zeilen gehört oder gelesen habe – von den Hungernden, Durstenden, Fremden, Kranken und denen im Gefängnis, die nicht besucht wurden – ist mir auch der sprachliche Umgang in den Sinn gekommen: Auch wenn jemand keine Gelegenheit besitzt, Essen und Trinken oder Wohnraum zu teilen, so hat er oder sie doch immer die Möglichkeit und auch die Gelegenheit, Menschen, denen es nicht so gut geht, mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen.

Warum tun das aber so wenige?

Und warum korrigieren diejenigen, die Abwertung anderer Menschen für falsch halten, nicht sofort, wenn sie Zeugen von Demütigungen werden? Liegt es an filmischen Brutal-Vorbildern? Oder an Anbiederung an die „Oberen“? Und an Angst, plötzlich selbst „unten“ sein zu können? Gerade in wirtschaftlichen Krisenzeiten? Ich meine, wir sollten zumindest unsere Sprache kontrollieren – sie kann Gesundheit zerstören.

Dieser Text wurde am 06-09-2020 als „Evangelischer Morgengedanke“ um 06.05 Uhr auf allen ORF-Regionalradios gesendet.

3 Demonstrationen der letzten Tage: Gegen Lukaschenko – mit der Gefahr, verhaftet und gefoltert zu werden; pro „black lives matter“ in verschiedenen Städten der USA – mit der Gefahr, von weißen Rassisten, manche Polizisten inbegriffen, erschossen zu werden; angeblich gegen Corona-Schutz-Maßnahmen in Berlin – mit polizeilich verhindertem Sturm auf das Reichstagsgebäude.

In Österreich wurde das Versammlungsrecht (Artikel 12) wie auch das Recht der freien Meinungsäußerung (Artikel 13) Kaiser Franz Joseph 1867 im Staatsgrundgesetz abgerungen und damit auch Parteigründungen ein Weg geöffnet.  Das war im Metternich’schen Überwachungsstaat ein riesiger Fortschritt … und der führte 150 Jahre später dazu, dass Law-and-Order-Staatslenker diese inzwischen zu Menschenrechten erhobenen Freiheiten missachten, ja sogar auf ihre friedlich demonstrierenden Staatsbürger schießen lassen – offensichtlich haben sie Angst vor den Menschenmassen, die unter Gefährdung ihres eigenen Lebens auf die Straße gehen […]

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Bevor ich mich voriges Jahr im Februar nach langem Zögern doch auf Facebook eingebracht habe (um für meine „Bürgernähe“-Forschung mehr Einblicke zu bekommen), habe ich mich natürlich über die Spielregeln erkundigt (als vom Ursprungsberuf Juristin ist mir Einhaltung von Regeln ein hoher Wert).

Ich wurde bald überrascht, dass ich laufend von mir unbekannten Personen, die mit mir befreundet sein wollten – was für mich bedeutet, dass sie wissen dürfen, was ich so treibe und umgekehrt, aber nicht mehr – aufgefordert wurde, irgendwas von ihnen zu liken – Aktivitäten, die ich überhaupt nicht kenne und über die ich mich auch gar nicht persönlich informieren könnte, falls ich das überhaupt wollte.

Besonders pikant finde ich das, wenn es LebensberaterInnen oder PsychotherapeutInnen in Ausbildung sind, die wollen, dass ich ihre Praxen like … Offensichtlich wissen die nicht einmal, dass ich die Gründerin der Berufsgruppe der Lebens- und Sozialberaterinnen war (1985! Und bis zur Gesetzwerdung 1989 mit den Politikern darum gekämpft habe … erst in der 4. Auflage des Buches von Bitzer-Gawornik „durfte“ ich die historischen Abläufe berichten. Alle FunktionärInnen sind ja erst viel später dazugestoßen, konnten das alles daher auch nicht wissen), und ebenso habe ich sogar meinen ersten Bundesorden für die Mitgestaltung an der Regelung der Psycho-Berufe (Psychologen, Psychotherapeuten, LSB) bekommen – Foto auf meiner homepage www.perner.info bei der Biographie 1992. Ich lösche solche Like-me-Anfragen immer sofort, weil ich mich nicht als „Werbeträgerin“ vereinnahmen lassen will. Selbstbestimmung ist mir auch für mich selbst ein hoher Wert – nicht nur für die Menschen, mit denen ich arbeite […]

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In seinem Buch über Intuition als Hilfe, potenzielle Gewalttäter, männlich oder weiblich, zu erkennen (gebundene Ausgabe „Mut zur Angst“ bzw. „Vertraue deiner Angst“ als Taschenbuch), nennt der US-amerikanische Sicherheitsexperte und Personenschützer Gavin de Becker (siehe meine beiden letzten Briefe gegen Gewalt) die Methode „Rollenfestlegungen“. Damit meint er das Austesten, ob sich jemand wehrt, wenn man ihr oder ihm eine Eigenschaft quasi wie ein Etikett anheftet, die dann das weitere Verhalten bestimmen soll.

Wenn man beispielsweise einem Kind, das etwas nicht teilen will, in solch einem Moment (und später immer wieder) sagt, „Du teilst doch sonst immer so lieb deine Spielsachen“ oder Kekse oder was auch immer, dann wird das Kind als „lieb“ etikettiert und gleichzeitig daran gehindert, sich abzugrenzen oder zu den eigenen Zielen zu stehen. Bekannt? So werden viele – besonders Mädchen – von klein auf zum Nachgeben erzogen […]

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Im Letzten Brief gegen Gewalt (Nr. 56) zitierte ich sieben Kommunikations-Merkmale, an denen man laut Gavin de Becker das Gewaltpotenzial anderer Menschen (aber auch bei sich selbst) erkennen kann. Ich brachte dabei einige Beispiele von Gewaltausbrüchen, nachdem den TäterInnen Grenzen gesetzt worden waren. Nicht alle wurden überlebt.

Diesmal möchte ich ein anderes Merkmal – „erzwungene Gemeinsamkeit“ – verdeutlichen. Gavin de Becker  nennt dabei den – unpassenden – Gebrauch des Wortes „wir“ zur Herstellung von Vertrauen so à la „Wir sitzen doch im selben Boot“. Schlüsselsätze dazu, die ich in meiner Praxis immer wieder berichtet bekommen habe, lauten „Du magst das doch auch!“ (z. B. bei sexuellen Grenzüberschreitungen) oder „Wir machen das alle so!“ oder „Wir waren doch immer so gute Freunde!“ (z. B. wenn jemand etwas nicht mitteilen will)  und letztlich sogar „Du würdest doch das Gleiche für mich tun!“ (z. B. wenn es um Geld geht) […]

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Eine Frau (dass sie „Top-Model“ sei, ist unerheblich – ihre Gesichtsverletzungen in Hinblick auf ihren Beruf sind es schon) wurde schwerst misshandelt, weil sie den eingeschlafenen letzten Gast ihrer Home-Party aufgeweckt und aufgefordert hatte, heimzugehen (https://www.oe24.at/welt/top-model-auf-ibiza-brutal-verpruegelt/441819765?fbclid=IwAR09P17bFdgYE0ZDq3xaRLIAFNML4UT6h9pi5wtfBPc5V7oS05WCq_9LFAk).

Der – noch nicht rechtskräftig – zu lebenslanger Haft verurteilte Fünffach-Mörder von Kitzbühel gab im Zuge seines Geständnisses an, „die Zurückweisungen seien zu viel für ihn gewesen“ – nämlich „dass die junge Frau ihm gegenüber mehrfach klarstellte, dass die Beziehung für sie beendet sei und sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wolle“, ihn aber auch deren Vater vom Haus zweimal wegschickte und ihm auch ihr Bruder die Freundschaft aufkündigte. All deren Nein war ihr Todesurteil. (Der Standard 13. 08. 2020, S. 9) […]

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Dass etablierte Parteien keine Freude haben, wenn ein – aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in ihren Reihen „glänzender“ – „Stimmenfänger“ mit einer Neu-Partei-Gründung herausfordert, ist verständlich. Dass versucht wird, den für den Wahlantritt wesentlichen Wohnort mit gezielten Medienschlagzeilen in Frage zu stellen, auch – und auch, wenn sympathisierende Medien die antipathisierende Wählerschaft indirekt auffordern, die angebliche Verletzung des Meldegesetzes anzuzeigen (https://www.epaper-oesterreich.at/issue.act?mutationShortcut=CITYW&issueDate=20200805&issueId=744296).

Wo hat nun aber jemand wirklich seinen Lebensmittelpunkt? Dort, wo er schläft? Bei dem/r außerehelichen Geliebten? Am Arbeitsplatz, wenn er oder sie dort voll Freude – allen Arbeitszeitverkürzungsforderen gesagt: Ja, das gibt’s! – zwei Drittel des Tages verbringt? Wonne-Europäer, die mal da, mal dort leben – wie etliche KünstlerInnen? Wo hatte der unvergessliche Marcel Prawy seinen Lebensmittelpunkt? Im Hotel Sacher, wo er „lozierte“ – oder in der Staatsoper? […]

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Als ich in den 1990er Jahren viel für die Verwaltungsakademie des Bundes trainieren durfte, nahmen an meinen 4tägigen Kommunikationsseminaren oft Beamte (nur männliche) der Finanzverwaltung teil, die Steuerprüfungen durchzuführen hatten. Sie beklagten, dass ihnen so feindlich begegnet wurde, obwohl sie doch nur ihre Pflicht erfüllten. Auf Nachfrage, welche Pflichten sie denn meinten, antworteten sie: Fehler aufdecken, Strafen aussprechen.

Ich entschied mich darauf zu einem „Reframing“, einer Technik aus der Systemtherapie, in der einfach durch Umformulierungen die „Umrahmung“ („frame“ bedeutet auf Englisch „Rahmen“, wie bei einem Bild), sprich die Sichtweise verändert wird: Auch als „Finanzpolizei“ wären sie doch „Freund und Helfer“ und ihre Aufgabe sei es, Informationen zu geben, wo Verbesserungsbedarf anfiele, damit in Zukunft Strafen vermieden werden könnten.

An diesen friedfertigen Blickwinkel musste ich denken, als ich in den Zeitungen der vergangenen Tage las, wie die Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofs zu den Kontaktbeschränkungen der ersten Wochen seit dem Wissen über die Corona-Pandemie berichtet wurden: als Triumph über Fehler der Regierung (https://www.oe24.at/coronavirus/verfassungsklage-auch-gegen-baby-elefanten/439396174) […]

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Graz: Der einen jungen gut gepflegten aber nicht gechipten Katze wurde ein großes rechteckiges Stück Fell „mit präzisen Schnitten“ aus dem Bauch geschnitten (KURIER, 21. 7., Seite 15),  sie musste eingeschläfert werden – der anderen, älteren, bereits toten, hing noch das abgezogene Fell am Leib (Salzburger Nachrichten, 20. 7., Seite 13).

Puren Sadismus, einen Racheakt oder auch einen psychotischen Schub mit Wahnvorstellungen vermutet der Gerichtspsychiater Manfred Walzl im KURIER-Interview. Ich kenne aus meiner über 50jährigen Berufserfahrung als sowohl Juristin wie auch Psychotherapeutin noch andere Motive – aber alle wurzeln in bedrängenden Hassgefühlen, die „ausgedrückt“ werden wollen – nur eben nicht in Sprache, sondern in Taten. Sie beinhalten immer ein verdrängtes Gefühl von Unterlegenheit und Hilflosigkeit, das unbewusst mit einer Machtinszenierung kompensiert wird. Dazu zählen auch „Mutproben“ in Gruppen […]

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„Muttern“ ist eine soziale Tätigkeit, schreibt die langjährige US-amerikanische Soziologieprofessorin Nancy Chodorow (Universität Berkley): „Wenn ein Mann ein Kind allein aufzieht oder sich jedenfalls einem Kind gegenüber entsprechend benimmt, können wir sein Verhalten durchaus ,mütterlich‘ nennen.“ Und: „Mutterschaft ist also mehr als das Austragen eines Kindes. Es bedeutet, eine Person zu sein, die pflegt und erzieht. Es bedeutet, der primäre Elternteil oder die primäre Bezugsperson zu sein. Also können wir zu Recht fragen: Wieso sind Mütter immer Frauen?“ („Das Erbe der Mütter“, Verlag Frauenoffensive 1985, S. 20)

Diese der Gendergerechtigkeit verpflichtete Sichtweise hat in der gegenwärtigen 30. Kalenderwoche tragische Aktualität erhalten: So berichtet der KURIER am 21. Juli von einem Vater, der mit seinem zweijährigen (!) Sohn in der Rückentrage auf der Hohen Wand unterwegs war und beim Abstieg abstürzte (Seite 15), wobei „sich der Sohn eine blutende Kopfverletzung zuzog“ (man beachte die sprachliche Passivform!).

Am 22. Juli las ich dann in den Salzburger Nachrichten (Seite 13) vom tödlichen Absturz eines Sechsjährigen von der Drachenwand in St. Lorenz am Mondsee – er war offenbar ausgerutscht – wofür die Mutter (mit 18jähriger Klettererfahrung) nunmehr wegen grob fahrlässiger Tötung vor Gericht stehe. Die Gruppe bestand außer ihr noch aus deren Lebensgefährten und einem Freund […]

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Es war ein Posting der Burgenländischen grünen Landtagsabgeordneten Regina Petrik auf Facebook, durch das ich auf die mehr als befremdliche Karikatur der ehemaligen Universitätsprofessorin, Sektionschefin, Gesundheitsministerin und jetzigen SPÖ-Vorsitzenden Rendi-Wagner aus den OÖ Nachrichten als aus der Torte springendes Nummerngirl (https://m.oe24.at/oesterreich/politik/wirbel-um-sexistische-rendi-karikatur/436833455) aufmerksam wurde.

Ich postete dazu einen Satz, den ich immer wieder zitiere: „Ein Dieb sieht auch bei einem Heiligen nur die Taschen.“ Damit wollte ich die sexuell fixierte Geisteshaltung derjenigen Männer aufzeigen, die Frauen nur als Sexualobjekt oder Hausfrau wahrnehmen (wollen) – besonders ihnen an Wissen, Können und Karriere überlegene Frauen. Üblicherweise verteidigen diese Männer sich dann, sie wollten ja nur Witze machen oder mit „Satire darf alles“. Satire? Sie besteht laut Wikipedia in einer „Kunstform, mit  der Personen, Zustände oder Ereignisse kritisiert, verspottet oder angeprangert werden“ – nur gibt es an den aktuellen politischen Forderungen Rendi-Wagners wohl nichts zu verspotten. Sie sind eine Diskussionsgrundlage – und an solchen fehlt es derzeit, sowohl an Diskussion als an Grundlagen. Es soll also nur die Frau verspottet werden […]

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Da postete mir eine Frau aus der Gruppe der Wiener Politweiber als Kommentar auf mein Nachfragen bei einer anderen Frau mit meinem Zusatz „Versteh ich nicht“ mit – vermutlich – höhnischem Unterton: „Sie sind doch Psychologin – das müssen Sie doch verstehen!“

Abgesehen von dieser – wenn man den möglicherweise boshaften Unterton weglässt – häufigen kindlich-naiven Unterstellung, PsychologInnen müssten allwissend sein, zeigt sich in dieser Reaktion eine häufige Sprachverwirrung: Es wird dort „vermuten“ mit hier „verstehen“ gleichgesetzt – das ist es aber nicht.

„Das Verstehen ist eine besondere Art, auf Eindrücke, die wir erhalten, zu reagieren, eine besondere Art der geistigen Herrschaft über sie.“, schreibt der berühmte austroamerikanische Psychoanalytiker und Freud-Schüler Theodor Reik (1888 Wien – 1969 New York) in seinem Grundsatzbuch „Hören mit dem dritten Ohr“: „In der Psychologie könnte man sagen, dass das Verstehen eines anderen Menschen, das Begreifen der geistigen Prozesse in der Welt um uns herum, uns in bestimmter Weise erlaubt, die Reize, die wir durch die Existenz und das Verhalten der anderen erhalten, innerlich zu meistern, unsere Eindrücke in gewissem Sinne geistig zu assimilieren.“ (S. 278), denn „Verstehen bedeutet, ein Symptom, eine nervöse Störung [Anmerkung von mir: bzw. jedwede Äußerung] bis zum Ursprung zurückzuverfolgen, um herauszufinden, ob sie zum Verdrängten, Verleugneten oder Bewussten gehört, und zu erfassen, welche Rolle der unterdrückte Impuls oder Gedanke im psychischen Haushalt des Patienten einnimmt, welche Bedeutung er für seine Persönlichkeit hat und was seine Verbindung mit anderen Symptomen sind.“ (S. 258) Verleugnetes wäre beispielsweise Aggression gegen eine bestimmte Person – Bewusstes hingegen eine gezielte Provokation oder Beleidigung […]

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Im Brief Nr. 46 vom 16. Juni (alle nachzulesen auf www.haltgewalt.at) habe ich angekündigt, als Zeitzeugin noch einige aufklärende Informationen zur österreichischen Fristenlösung nachzuliefern.

Ich war 1969 das erste Mal – damals noch von der SPÖ-Bezirksorganisation Donaustadt – zur Wiener Frauenkonferenz delegiert und erlebte die Vertreterin der VSStÖ, die Psychologin sowie auch Soziologin Irmtraut Gössler (geb. Marsch, später Leyrer, heute Karlsson – Wikipedia stimmt da nicht!) – sehe sie noch vor mir, eine zarte junge Frau in einem roten Polo-Mini-Kleid; später wurde sie Abgeordnete zum Bundesrat, Nationalrat, Generalsekretärin der Sozialistischen Fraueninternationale und erfolgreiche Autorin – am Rednerpult, die leidenschaftlich „Mein Bauch gehört mir!“ forderte. Gemeinsam mit der nachmaligen Politologieprofessorin Eva Zgraja (später Kreisky) und der Soziologin Rosemarie Fischer (später Dorrer, heute Santha) gründete sie kurz darauf das „Aktionskomitee zur Abschaffung des § 144 StG“, dem auch ich (damals endlich mit meinem Erstgeborenen schwanger) angehörte und dessen Aktivistinnen auf öffentlichen Plätzen Unterschriften sammelten, damit Frauen in Notsituationen nicht mehr vor dem Strafrichter landen sollten oder auf dem Küchentisch einer „Engelmacherin“ verbluten – eine alte Forderung der Sozialdemokratinnen aus 1928 […]

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Der Leiter des Sozialen Dienstes einer Justizanstalt hat der Gattin eines Inhaftierten 63 (!) SMS und ein Foto seines Penis geschickt, wie die Wiener Stadtzeitung FALTER öffentlich gemacht hat (https://www.falter.at/zeitung/20200623/findest-du-mich-schlimm?fbclid=IwAR0UoGQLAHE4nciLnCqY_e_2UmFZ2sUpP0iYc3yH9mJpu1HQ9TZGiMAoDYk).

Daraufhin wurde er kurz vom Dienst abgezogen, bald darauf war er wieder in Amt und Würden. Leider konnte ich nirgend die Begründung seiner Dienstaufsicht dafür finden, muss also fantasieren: Vermutlich haben Männer entschieden und fanden das nicht arg. Ist es aber.

Mir fällt dazu die Szene aus „Pretty Woman“ ein, in der der Berufspartner von Richard Gere Julia Roberts fast vergewaltigt, offensichtlich in der Meinung, dass sich eine „Bordsteinschwalbe“, sprich Prostituierte, alles gefallen lassen muss (selbst wenn sie nicht „im Dienst“ ist – aber auch dort gilt der „Arbeitsvertrag“). Ähnlich weiß ich von vielen Klientinnen, wie sie nach ihren Scheidungen von Kollegen belästigt wurden, die sich in die Ansicht verstiegen, der Frau den nunmehr (vermutet) fehlenden Geschlechtsverkehr „spenden“ zu müssen und nur schwer auf Distanz zu halten waren. Dafür sorgt jetzt der § 107 a gegen „Stalking“, d. h. beharrliches Verfolgen, auch mittels elektronischer Medien (https://www.oesterreich.gv.at/themen/bildung_und_neue_medien/internet_und_handy___sicher_durch_die_digitale_welt/3/1/Seite.1720720.html) […]

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Im Parlament wurde ein Antrag auf Einführung einer Mindeststrafe bei Vergehen gegen das Tiertransportgesetz eingebracht und von den Regierungsparteien abgelehnt. (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200618_OTS0262/silvan-oevp-und-gruene-lehnen-mindeststrafe-fuer-tiertransportvergehen-ab?fbclid=IwAR25WGrB1xTiqJWrfAVXtSFINpAmjsdbJC11M5r7RXfwpiRtbFWH4Y-thgY)

Diese Reaktion ist aus mehreren Gründen abzulehnen.

Abgesehen davon, dass aus gesamtgesellschaftlichen Gründen – und da gibt es viele Aspekte, was hier zu viel Platz einnehmen würde – diskutiert gehörte, was mit welchen Tieren geschehen darf und wie man dabei das Ausleben sadistischer Impulse beseitigen kann, möchte ich zwei Erfahrungen berichten.

Die eine besteht in dem Wissen, dass sich Stresshormonausschüttungen – bei Menschen wie bei Tieren – in den Zellen, daher bevorzugt im Gewebe, aber auch in Gehirn und Leber manifestieren. Wer Fleisch isst, verleibt sich das auch mit ein. Allein das spricht – wenn man schon Fleisch essen will – dafür, Tiere so schonungsvoll wie möglich zu behandeln […]

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