Als ich in den 1990er Jahren viel für die Verwaltungsakademie des Bundes trainieren durfte, nahmen an meinen 4tägigen Kommunikationsseminaren oft Beamte (nur männliche) der Finanzverwaltung teil, die Steuerprüfungen durchzuführen hatten. Sie beklagten, dass ihnen so feindlich begegnet wurde, obwohl sie doch nur ihre Pflicht erfüllten. Auf Nachfrage, welche Pflichten sie denn meinten, antworteten sie: Fehler aufdecken, Strafen aussprechen.

Ich entschied mich darauf zu einem „Reframing“, einer Technik aus der Systemtherapie, in der einfach durch Umformulierungen die „Umrahmung“ („frame“ bedeutet auf Englisch „Rahmen“, wie bei einem Bild), sprich die Sichtweise verändert wird: Auch als „Finanzpolizei“ wären sie doch „Freund und Helfer“ und ihre Aufgabe sei es, Informationen zu geben, wo Verbesserungsbedarf anfiele, damit in Zukunft Strafen vermieden werden könnten.

An diesen friedfertigen Blickwinkel musste ich denken, als ich in den Zeitungen der vergangenen Tage las, wie die Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofs zu den Kontaktbeschränkungen der ersten Wochen seit dem Wissen über die Corona-Pandemie berichtet wurden: als Triumph über Fehler der Regierung (https://www.oe24.at/coronavirus/verfassungsklage-auch-gegen-baby-elefanten/439396174) […]

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Graz: Der einen jungen gut gepflegten aber nicht gechipten Katze wurde ein großes rechteckiges Stück Fell „mit präzisen Schnitten“ aus dem Bauch geschnitten (KURIER, 21. 7., Seite 15),  sie musste eingeschläfert werden – der anderen, älteren, bereits toten, hing noch das abgezogene Fell am Leib (Salzburger Nachrichten, 20. 7., Seite 13).

Puren Sadismus, einen Racheakt oder auch einen psychotischen Schub mit Wahnvorstellungen vermutet der Gerichtspsychiater Manfred Walzl im KURIER-Interview. Ich kenne aus meiner über 50jährigen Berufserfahrung als sowohl Juristin wie auch Psychotherapeutin noch andere Motive – aber alle wurzeln in bedrängenden Hassgefühlen, die „ausgedrückt“ werden wollen – nur eben nicht in Sprache, sondern in Taten. Sie beinhalten immer ein verdrängtes Gefühl von Unterlegenheit und Hilflosigkeit, das unbewusst mit einer Machtinszenierung kompensiert wird. Dazu zählen auch „Mutproben“ in Gruppen […]

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„Muttern“ ist eine soziale Tätigkeit, schreibt die langjährige US-amerikanische Soziologieprofessorin Nancy Chodorow (Universität Berkley): „Wenn ein Mann ein Kind allein aufzieht oder sich jedenfalls einem Kind gegenüber entsprechend benimmt, können wir sein Verhalten durchaus ,mütterlich‘ nennen.“ Und: „Mutterschaft ist also mehr als das Austragen eines Kindes. Es bedeutet, eine Person zu sein, die pflegt und erzieht. Es bedeutet, der primäre Elternteil oder die primäre Bezugsperson zu sein. Also können wir zu Recht fragen: Wieso sind Mütter immer Frauen?“ („Das Erbe der Mütter“, Verlag Frauenoffensive 1985, S. 20)

Diese der Gendergerechtigkeit verpflichtete Sichtweise hat in der gegenwärtigen 30. Kalenderwoche tragische Aktualität erhalten: So berichtet der KURIER am 21. Juli von einem Vater, der mit seinem zweijährigen (!) Sohn in der Rückentrage auf der Hohen Wand unterwegs war und beim Abstieg abstürzte (Seite 15), wobei „sich der Sohn eine blutende Kopfverletzung zuzog“ (man beachte die sprachliche Passivform!).

Am 22. Juli las ich dann in den Salzburger Nachrichten (Seite 13) vom tödlichen Absturz eines Sechsjährigen von der Drachenwand in St. Lorenz am Mondsee – er war offenbar ausgerutscht – wofür die Mutter (mit 18jähriger Klettererfahrung) nunmehr wegen grob fahrlässiger Tötung vor Gericht stehe. Die Gruppe bestand außer ihr noch aus deren Lebensgefährten und einem Freund […]

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Es war ein Posting der Burgenländischen grünen Landtagsabgeordneten Regina Petrik auf Facebook, durch das ich auf die mehr als befremdliche Karikatur der ehemaligen Universitätsprofessorin, Sektionschefin, Gesundheitsministerin und jetzigen SPÖ-Vorsitzenden Rendi-Wagner aus den OÖ Nachrichten als aus der Torte springendes Nummerngirl (https://m.oe24.at/oesterreich/politik/wirbel-um-sexistische-rendi-karikatur/436833455) aufmerksam wurde.

Ich postete dazu einen Satz, den ich immer wieder zitiere: „Ein Dieb sieht auch bei einem Heiligen nur die Taschen.“ Damit wollte ich die sexuell fixierte Geisteshaltung derjenigen Männer aufzeigen, die Frauen nur als Sexualobjekt oder Hausfrau wahrnehmen (wollen) – besonders ihnen an Wissen, Können und Karriere überlegene Frauen. Üblicherweise verteidigen diese Männer sich dann, sie wollten ja nur Witze machen oder mit „Satire darf alles“. Satire? Sie besteht laut Wikipedia in einer „Kunstform, mit  der Personen, Zustände oder Ereignisse kritisiert, verspottet oder angeprangert werden“ – nur gibt es an den aktuellen politischen Forderungen Rendi-Wagners wohl nichts zu verspotten. Sie sind eine Diskussionsgrundlage – und an solchen fehlt es derzeit, sowohl an Diskussion als an Grundlagen. Es soll also nur die Frau verspottet werden […]

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Da postete mir eine Frau aus der Gruppe der Wiener Politweiber als Kommentar auf mein Nachfragen bei einer anderen Frau mit meinem Zusatz „Versteh ich nicht“ mit – vermutlich – höhnischem Unterton: „Sie sind doch Psychologin – das müssen Sie doch verstehen!“

Abgesehen von dieser – wenn man den möglicherweise boshaften Unterton weglässt – häufigen kindlich-naiven Unterstellung, PsychologInnen müssten allwissend sein, zeigt sich in dieser Reaktion eine häufige Sprachverwirrung: Es wird dort „vermuten“ mit hier „verstehen“ gleichgesetzt – das ist es aber nicht.

„Das Verstehen ist eine besondere Art, auf Eindrücke, die wir erhalten, zu reagieren, eine besondere Art der geistigen Herrschaft über sie.“, schreibt der berühmte austroamerikanische Psychoanalytiker und Freud-Schüler Theodor Reik (1888 Wien – 1969 New York) in seinem Grundsatzbuch „Hören mit dem dritten Ohr“: „In der Psychologie könnte man sagen, dass das Verstehen eines anderen Menschen, das Begreifen der geistigen Prozesse in der Welt um uns herum, uns in bestimmter Weise erlaubt, die Reize, die wir durch die Existenz und das Verhalten der anderen erhalten, innerlich zu meistern, unsere Eindrücke in gewissem Sinne geistig zu assimilieren.“ (S. 278), denn „Verstehen bedeutet, ein Symptom, eine nervöse Störung [Anmerkung von mir: bzw. jedwede Äußerung] bis zum Ursprung zurückzuverfolgen, um herauszufinden, ob sie zum Verdrängten, Verleugneten oder Bewussten gehört, und zu erfassen, welche Rolle der unterdrückte Impuls oder Gedanke im psychischen Haushalt des Patienten einnimmt, welche Bedeutung er für seine Persönlichkeit hat und was seine Verbindung mit anderen Symptomen sind.“ (S. 258) Verleugnetes wäre beispielsweise Aggression gegen eine bestimmte Person – Bewusstes hingegen eine gezielte Provokation oder Beleidigung […]

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Im Brief Nr. 46 vom 16. Juni (alle nachzulesen auf www.haltgewalt.at) habe ich angekündigt, als Zeitzeugin noch einige aufklärende Informationen zur österreichischen Fristenlösung nachzuliefern.

Ich war 1969 das erste Mal – damals noch von der SPÖ-Bezirksorganisation Donaustadt – zur Wiener Frauenkonferenz delegiert und erlebte die Vertreterin der VSStÖ, die Psychologin sowie auch Soziologin Irmtraut Gössler (geb. Marsch, später Leyrer, heute Karlsson – Wikipedia stimmt da nicht!) – sehe sie noch vor mir, eine zarte junge Frau in einem roten Polo-Mini-Kleid; später wurde sie Abgeordnete zum Bundesrat, Nationalrat, Generalsekretärin der Sozialistischen Fraueninternationale und erfolgreiche Autorin – am Rednerpult, die leidenschaftlich „Mein Bauch gehört mir!“ forderte. Gemeinsam mit der nachmaligen Politologieprofessorin Eva Zgraja (später Kreisky) und der Soziologin Rosemarie Fischer (später Dorrer, heute Santha) gründete sie kurz darauf das „Aktionskomitee zur Abschaffung des § 144 StG“, dem auch ich (damals endlich mit meinem Erstgeborenen schwanger) angehörte und dessen Aktivistinnen auf öffentlichen Plätzen Unterschriften sammelten, damit Frauen in Notsituationen nicht mehr vor dem Strafrichter landen sollten oder auf dem Küchentisch einer „Engelmacherin“ verbluten – eine alte Forderung der Sozialdemokratinnen aus 1928 […]

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Der Leiter des Sozialen Dienstes einer Justizanstalt hat der Gattin eines Inhaftierten 63 (!) SMS und ein Foto seines Penis geschickt, wie die Wiener Stadtzeitung FALTER öffentlich gemacht hat (https://www.falter.at/zeitung/20200623/findest-du-mich-schlimm?fbclid=IwAR0UoGQLAHE4nciLnCqY_e_2UmFZ2sUpP0iYc3yH9mJpu1HQ9TZGiMAoDYk).

Daraufhin wurde er kurz vom Dienst abgezogen, bald darauf war er wieder in Amt und Würden. Leider konnte ich nirgend die Begründung seiner Dienstaufsicht dafür finden, muss also fantasieren: Vermutlich haben Männer entschieden und fanden das nicht arg. Ist es aber.

Mir fällt dazu die Szene aus „Pretty Woman“ ein, in der der Berufspartner von Richard Gere Julia Roberts fast vergewaltigt, offensichtlich in der Meinung, dass sich eine „Bordsteinschwalbe“, sprich Prostituierte, alles gefallen lassen muss (selbst wenn sie nicht „im Dienst“ ist – aber auch dort gilt der „Arbeitsvertrag“). Ähnlich weiß ich von vielen Klientinnen, wie sie nach ihren Scheidungen von Kollegen belästigt wurden, die sich in die Ansicht verstiegen, der Frau den nunmehr (vermutet) fehlenden Geschlechtsverkehr „spenden“ zu müssen und nur schwer auf Distanz zu halten waren. Dafür sorgt jetzt der § 107 a gegen „Stalking“, d. h. beharrliches Verfolgen, auch mittels elektronischer Medien (https://www.oesterreich.gv.at/themen/bildung_und_neue_medien/internet_und_handy___sicher_durch_die_digitale_welt/3/1/Seite.1720720.html) […]

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Im Parlament wurde ein Antrag auf Einführung einer Mindeststrafe bei Vergehen gegen das Tiertransportgesetz eingebracht und von den Regierungsparteien abgelehnt. (https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200618_OTS0262/silvan-oevp-und-gruene-lehnen-mindeststrafe-fuer-tiertransportvergehen-ab?fbclid=IwAR25WGrB1xTiqJWrfAVXtSFINpAmjsdbJC11M5r7RXfwpiRtbFWH4Y-thgY)

Diese Reaktion ist aus mehreren Gründen abzulehnen.

Abgesehen davon, dass aus gesamtgesellschaftlichen Gründen – und da gibt es viele Aspekte, was hier zu viel Platz einnehmen würde – diskutiert gehörte, was mit welchen Tieren geschehen darf und wie man dabei das Ausleben sadistischer Impulse beseitigen kann, möchte ich zwei Erfahrungen berichten.

Die eine besteht in dem Wissen, dass sich Stresshormonausschüttungen – bei Menschen wie bei Tieren – in den Zellen, daher bevorzugt im Gewebe, aber auch in Gehirn und Leber manifestieren. Wer Fleisch isst, verleibt sich das auch mit ein. Allein das spricht – wenn man schon Fleisch essen will – dafür, Tiere so schonungsvoll wie möglich zu behandeln […]

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Da postete eine der „Wiener Politweiber“ auf Facebook einen Zeitungsartikel, in dem steht, dass ein katholischer Priester die Ansicht kund tat, Sex mit Kindern sei ein weniger schweres Vergehen als Abtreibung, weil dadurch ja niemand getötet würde (https://www.bolde.com/catholic-priest-pedophilia-doesnt-kill-anyone/?utm_source=Facebook&utm_medium=Partner&utm_campaign=duck&fbclid=IwAR0s7ruuPji6VF8XOn7FgIPfUo6sQUHVx6H-aVbrOy9mlfZd1RcNLGYWVSI). Er rief damit berechtigte Empörung hervor. Ich überlege: Ist das nun reiner Fundamentalismus – so wie manche Gesinnungsgefährten das Tötungsverbot schon bei der Verwendung von empfängnisverhütenden Methoden einmahnen? Oder ist es eine Provokation zur argumentativen Bestärkung seiner pädosexuellen Mitbrüder (immerhin verursachen die „Reparationszahlungen“ der Kirche hohe Kosten!)? Oder einfach Ignoranz, um nicht zu sagen Stupidität?

Der US-Sozialwissenschaftler und Soziologie-Professor an der Universität von New Hampshire, David Finkelhor (*1947), nannte sein Grundsatzbuch zu sexueller Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen (in Anlehnung an den Freud-Schüler Sándor Ferenczi (1873–1933) ) „Soul Murder“„Seelenmord“: Durch sexuelle Übergriffe wird nicht nur eine eigenständige Sexualentwicklung mit einer selbstgewählten Person in selbstgewählter Zeit und damit die Grundlage sexueller Selbstbestimmung verkrüppelt wenn nicht gar zerstört, sondern oft auch die Fähigkeit zu vertrauen, sich hinzugeben und Orgasmen zu erleben (abgesehen von möglichen Köperverletzungen) […]

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Als ich als junge Rechtswissenschaftlerin 1968–1975 als Referentin in der Volkswirtschaftlichen Abteilung der Oesterreichischen Nationalbank arbeitete (und zeitweise mit Franz Vranitzky das Zimmer teilte, war Deficit Spending das Thema: In Zeiten vermindertem oder ausbleibendem Wirtschaftswachstums mittels Investitionen auf Schuldenbasis die Wirtschaft ankurbeln. Damals sprach auch Bundeskanzler Kreisky sein mittlerweile „geflügeltes Wort“, dass ihm ein paar Milliarden Schulden weniger schlaflose Nächte bescheren würden, als hunderttausend Arbeitslose. Das sicherte ihm zumindest bei diesen Wählerstimmen. Keine bekam er dafür bei denjenigen, die eher den strengen Sparsamkeitskurs („austerity“) von Margaret Thatcher und später Ronald Reagan für den richtigen Weg hielten – vor allem auch, weil sie dadurch die Leistungsanstrengungen ankurbeln wollten.

Diese politischen Gegenströmungen wurzeln in einem wirtschaftswissenschaftlichen „Phantom“ – dem sogenannten „Magischen Dreieck“ von Vollbeschäftigung, Geldwertstabilität (d. h. auch gleichbleibendes Preisniveau) und ausgeglichener Zahlungsbilanz als Ziel der Wirtschaftspolitik. Leider kann man gleichzeitig, so zumindest die bisherigen Erfahrungen, nur zwei der innewohnenden Ziele erreichen – alle drei zusammen hat bisher nicht so richtig geklappt. Regierungen müssen sich also für zwei dieser drei Bestrebungen entscheiden, und üblicherweise geschieht das zu Ungunsten der Geldwertstabilität und es steigt die Inflation […]

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Mir hat vor vielen Jahren einmal eine Kollegin, die sich intensiv mit Grenzwissenschaften beschäftigte, angekündigt, im Laufe der 2010er Jahre würden alle Schweinereien sogenannter Mächtiger ans Tageslicht kommen, weil immer mehr Menschen die verborgenen Schattenseiten bisher vorgeblich tadelloser Menschen zu kritisieren wagen würden und alter aufgestauter Unmut bis Hass würde sich über diese ergießen.

Derzeit ergießen sich diese Emotionen und Handlungsimpulse über Denkmäler historischer Gestalten, deren wirtschaftliche oder militärische Aktionen gegen indigene Bevölkerungen ihres bisher nur vereinzelt kritisierten Rassismus entblößt werden.  Denkmäler werden beschmiert, geköpft oder gestürzt – oder präventiv von den Kommunalverwaltungen entfernt, um in Museen bewahrt zu werden […]

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Krone-TV-Journalistin Damita Pressl wurde von einem vorbei radelnden Mann auf den Hintern gegriffen (https://www.heute.at/s/zittere-vor-wut-mann-begrapscht-tv-lady-damita-pressl-am-hintern-100086482) – und der wurde trotz ihres Schreiens von niemand gestoppt. Das zum Thema österreichische Zivilcourage.

Ich erinnere mich, anlässlich des Freispruchs des Täters in einem ähnlichen Fall in Graz während einer Straßenbahnfahrt in Wien Ohrenzeugin des Gesprächs zweier vor mir sitzender Jugendlicher (vermutlich so 12, 13 Jahre alt) geworden zu sein, in dem sich die beiden beim Lesen der Prozessberichterstattung in der dort allgegenwärtigen Gratiszeitung belustigten: „Das darf man also?“ Das Gericht hatte nämlich befunden, das Gesäß wäre kein „Geschlechtsteil“ (http://community.trans-austria.org/forum/showthread.php?tid=509). Nie was von erogenen Zonen gehört? Und dass der ganze Körper zu solch einer werden kann … (Männer denken halt oft nur an eine einzige Stelle …) Sexuologischer Nachhilfeunterricht wäre da dringend nötig! Das nur zum Thema Sexualpädagogik in Schulen und zu Ethikunterricht für alle […]

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„Schützt die letzten freien Flüsse in Tirol“ (https://tirol.orf.at/stories/3051748/) ist auf dem Banner zu lesen, mit dem die UmweltschützerInnen des WWF dem Tiroler Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Geisler (nicht „Geissler“!) ihre Petition gegen das Wasserkraftwerk Tumpen-Habichen sichtbar machten.

Hörbar wurde hingegen die Überheblichkeit des Landesfürsten, der vor laufender Kamera eine WWF-Aktivistin als „widerwärtiges Luder“ bezeichnete und sich mit „die lasst mich gar nicht reinreden!“ empörte. Offensichtlich verstand er den Bannertext als Erlaubnis für seinen freien Redefluss … egal wie primitiv der auch wäre – oder wie infektiös, siehe Ischgl oder überhaupt toxisch. Denn toxisch – giftig – ist nicht nur, wenn sich jemand giftet, sondern auch wenn er versucht, die Fremd- wie auch Selbst-Achtung anderer zu beschädigen.

In dem Zusammenhang sei auch an den „Beidl“-Sager des freiheitlichen Nationalratsabgeordneten Wolfgang Zanger erinnert (https://kurier.at/politik/inland/beidln-kritik-an-sager-von-fpoe-abgeordnetem-zanger-im-parlament/400450240) […]

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Sogar erfahrene Kriminalisten hätten die Dokumentationen der sexuellen Misshandlungen an drei Jungen, 5, 10 und 12 Jahre alt, gefilmt in einem Gartenhaus in Münster, nur schwer verkraftet, wird medial berichtet (https://www.rtl.de/cms/neuer-fall-von-schwerem-kindesmissbrauch-in-muenster-sieben-verdaechtige-vorlaeufig-festgenommen-4555703.html). Sieben Männer seien in Untersuchungshaft – allerdings wird auf Grund der bereits von früher bekannten Verbreitung der pornographischen Machwerke durch den Haupttäter auch noch ein großer Abnehmerkreis im Darknet zu verfolgen sein.

Solche Berichte lösen einerseits Phantasien aus und damit Emotionen und  Gefühle (und Impulse, die man auch erst zu beherrschen lernen muss), andererseits aber auch Fragen nach der Entstehung solcher Untaten – kaum aber danach, was da an Folgen bei den Jungen ausgelöst wird und wie diese zu behandeln sind […]

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Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht dasselbe.

Als Wiens Bürgermeister Helmut Zilk wenige Tage nach dem Briefbombenattentat im Dezember 1993 mit einem Kreuz in der nicht verstümmelten Hand vor die Presse trat, beeindruckte der Sozialdemokrat – noch voll Wunden im Gesicht – mit der Einsicht, dass aller Leben in Gottes Hand liege (https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/253057_Helmut-Zilk-und-seine-drei-Leben.html).

Als Jahre später H. C. Strache 2009 mit einem Kreuz in der Hand mahnend gegen den Bau einer Moschee in Wien wetterte (https://www.krone.at/1636648), stand er hingegen nicht im Geiste des Evangeliums und des Respekts für aller Leben – auch wenn es das von Feinden ist.

Gegenwärtig ist es Donald Trump, der sich von einer Polizeieskorte durch eine Demonstrantenmenge den Weg zu einer Kirche frei bahnen lässt […]

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