Da hat sich heute eine Mutter auf Facebook gewundert, dass Kinder durch das Tragen der Mund-Nasen-Schutzmasken traumatisiert sein sollen und danach für eine gesunde Frustrationstoleranz plädiert, damit die Kinder lernen, Unangenehmes auszuhalten. Hat halt ein bisserl sehr nach „schwarzer Pädagogik“ geklungen … ist aber was Wahres dran, nur:

Unangenehmes aushalten lernen, setzt
1. voraus, dass man dazu die passenden Wahrnehmungs- und sodann Handlungsnervenzellen entwickelt, und dies sollte
2. in begleitender Erklärung durch liebevolle UND vertrauenswürdige Erwachsene geschehen (Erklärung zu meiner Formulierung: Pädosexuelle benehmen sich meist auch liebevoll, sind aber nicht vertrauenswürdig.), und setzt
3. auch voraus, dass diese Erklärungen knapp und altersentsprechend sind […]

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Wie in „Brief“ Nr. 35 angekündigt, will ich noch weitere Gedanken zum derzeit „abgesagten“ Turnunterricht vorstellen.

Zuerst möchte ich Werner Schwarz, dem Direktor des BG Zehnergasse in Wiener Neustadt Anerkennung zollen: Der erfahrene Sporttrainer demonstriert (s. Kurier, 14. Mai, S. 15), wie man mit langsamen Bewegungen seine Muskulatur als Vehikel für – nicht nur physischen sondern auch psychischen – Kraftaufbau nutzen kann. Genau deswegen bin ich dafür, im derzeit „Bewegung und Sport“ geheißenen vulgo Turnunterricht auch Tai Chi, Qui Gong, Ismakogie, Eurhythmie etc. gleichberechtigten Raum zu geben – und dem Tanz (wo heutzutage ohnedies selbst bei Paaren meist jede/r nur für sich swingt).

Gunter Kreutz, der am Institut für Musik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg lehrt, weist in seinem Buch „Tanzen – Glücklich mit Tango, Salsa und CO“ (Psychosozial-Verlag) darauf hin, wie durch Synchronisation beispielsweise stampfender oder klatschender Individuen Signale in einen viel weiteren Umkreis gesendet werden können, es liege nur daran, sich auf ein gemeinsames Tempo zu einigen (S. 88). Kindergartenstudien hätten auch gezeigt, dass allein das synchrone Schaukeln Wahrnehmung und Verhalten der Kinder untereinander prosozialer beeinflussen könne – selbst wenn sich die Kinder vorher gar nicht kannten (S. 135) […]

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Seit Jahren fordert „die Wirtschaft“ zukunftsorientiert mehr Informatik im Schulunterricht – und dass Umgang mit elektronischer Kommunikation wichtig ist, hat sich gerade in Zeiten des Lock Down bewiesen. Allerdings ist diese Verwandlung von Zukunftsorientierung zur Arbeitswelt der Gegenwart, so scheint es mir, zum Fixpunkt gekommen, anstatt für uns alle einen Anstoß zur Überprüfung und Weiterentwicklung zu geben.

Als ich zu Beginn dieses Jahrtausends an der Donau Universität zu unterrichten begann, war der Begriff des „blended learnings“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Integriertes_Lernen) für mich neu. „Wir sind eine ,flying university‘!“, sagte mir damals die Vizerektorin Ada Pellert, als sie mir den Auftrag gab, neue Studienangebote zu entwickeln, „Wir entscheiden selbst, wann wir anwesend sein müssen und wo das verzichtbar ist. Beachten Sie das beim Konzipieren Ihrer Lerninhalte!“ Heute, fast zwanzig Jahre später, weiß ich auch durch mein Altersstudium der evangelischen Fachtheologie, wie gut man e-learning in den Präsenzunterricht einbauen kann – und wie weiter ausbaufähig das ist, vor allem, weil es permanent die Kreativität aller am Lernprozess Beteiligten herausfordert. Nur: Ist dies auch gewollt? […]

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Der 30. April – Walpurgisnacht – ist vorbei, der Tag der Arbeit auch, aber die Hexenjäger und leider auch Hexenjägerinnen arbeiten flott weiter. Sehr treffend schreibt Birgit Braunrath heute (14. Mai) im Einserkastel des Kurier: „Die alten Werte sind zurück. Aus der Solidargemeinschaft wird wieder die Neidgenossenschaft.“ Die „Gesellschaft des Kain“ formiert sich wieder, um mit scheelem Auge auf die zu blicken, die es „nicht gut genug“ machen ohne zu erklären, was sie denn als „besser“ erwarten würden … Erinnert alles an Julius Cäsar … keine offene Kritik direkt ins Angesicht, sondern aus sicherer Distanz, aber über die professionellen und (a)sozialen Medien in der Hoffnung auf viele Likes zur Verstärkung … Dabei wäre das heute  als interner Disput mit oder ohne hilfreichem „Joker“ und eventuell einvernehmlich offiziell mitgefilmt möglich, wäre mal ein Zeitdokument anderer Art […]

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In einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen schreibt der staatlich hochgeförderte (z. B. 6teilige TV-Serie „M“) österreichische Filmemacher David Schalko (*1973), Bundeskanzler Sebastian Kurz habe in einer Sitzung Mitte März bedauert, dass die Bevölkerung das Covid-19 Virus noch nicht ernst genug nähme und man daher mit „drastischer“ Rhetorik Angst machen solle. (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/sebastian-kurz-in-der-corona-krise-widerspruch-ist-zwecklos-16745743.html?GEPC=s2&fbclid=IwAR0uTJXQKAyaYYwqOQ7GHuX9gdcwcY3UU8nxiQjmNT3-Wac6XKupQ4WaPxU&premium=0x36b904adf70207be44d16d0b3dbb54ae)

Ohne jetzt die Korrektheit des zitierten Protokolls in Zweifel ziehen zu wollen – dieser Hinweis bezieht sich darauf, dass ich einige Male Opfer von Fehlformulierungen feindlicher ProtokollführerInnen war und daher gewohnheitsmäßig überkritisch bin – finde ich diese Formulierung, so sie so gesprochen wurde, nicht bloß unbedacht, sondern vor allem nicht salutogen. (Salutogen bedeutet alles, was gesund macht / als Gegenbegriff zu pathogen, also allem, was krank macht.) […]

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Täglich werden die Zahlen der an Covid-19 Erkrankten, Gestorbenen und Genesenen veröffentlicht – und gleichzeitig häufen sich die Stimmen derer, sie sagen, die Verstorbenen wären ohnedies verschieden, auch ohne die Gefährdung durch die aktuelle Pandemie. Darin vermute ich deren spontane Abwehr der Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben.

Aus der „Distanz der Unbetroffenen“Cornelia Kazis) ist es leicht, anderen das Lebensrecht abzusprechen. Noch immer ist der „Schoß fruchtbar noch, aus dem das kroch“ (Bert Brecht, „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, Epilog) – und noch immer zitieren Unbelehrbare die Nazi-Phrase vom „lebensunwerten Leben“. Sie ignorieren die Tatsache, dass der Wert eines Menschen nicht in seiner wirtschaftlichen „Nützlichkeit“ besteht, sondern als Teil eines bioenergetischen Austausches von Achtsamkeit, Zuwendung und Fürsorge – denn auch die muss man lernen und ausüben, sonst verkümmert dieses Potenzial. (Lernen erkläre ich als „Bilden von Neurosignaturen“ – also Wahrnehmungs- wie auch Handlungsnervenzellen.) Wenn wir unsere Liebensfähigkeit erweitern wollen, brauchen wir Menschen oder Situationen, bei denen uns diese Fühlkompetenz nicht „einfach zufliegt“, sondern erarbeitet werden muss. Das ist immer dann der Fall, wenn etwas „lästig“ ist – unerwünscht, bedrohlich, unkontrollierbar, ängstigend […]

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Endlich deckt eine Frau auf – Olivera Stajic im heutigen Standard (23.04., S. 24, „Eine Schande“), denn Männer sind meist ahnungslos, wie ihr zitiertes Beispiel beweist –  dass Kindergärten keine Kinder-Aufbewahrungs-Anstalten sind. Sie zitiert nämlich den Bundeskanzler mit den Worten, es sei keine Schande, seine Kinder in Betreuung zu geben, „wenn man es nicht mehr aushält“.

Das ist einerseits mutig und hilfreich, denn in vielen konservativen Kreisen wird – vor allem in den Bundesländern – erwartet, dass eine pflichtbewusste Mutter sich ihren Kindern Vollzeit widmet. Mir schildern immer noch viele Frauen, die keine Alternativen haben, wie aus der Herkunftsfamilie aber auch aus ihrer Nachbarschaft sozialer Druck auf sie ausgeübt wird, denn – Zitat: „Wir haben auch nicht herumfliegen können!“ Dazu kommt noch der Spott der Ignoranten – damit meine ich diejenigen, die hämisch phantasieren anstatt die Realität zu erfragen – über den angeblichen Drang zur „Selbstverwirklichung“, wenn eine Frau ihrem Beruf (und damit ihrer Altersversorgung) den Vorrang gibt […]

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Da las ich am 20. April spätnachts in meiner Facebook-Echokammer ein Posting des (seit dem Vorjahr – vorher nur niederösterreichischen) österreichischen Volkshilfepräsidenten Ewald Sacher (vorher zeitweilig Nationalratsabgeordneter bzw. NÖ Landtagspräsident), lautend: „Die Regierungsmitglieder spenden je ein Monatsgehalt. Ok, nett. Wir werden sehen an welche Organisationen. Aber wo bleibt das Mitgefühl mit jenen Hunderttausenden, denen man eine faire Erhöhung des Arbeitslosengeldes auf 70 % verweigert, wie es wir von der Volkshilfe gefordert haben? Faire Mindestsicherung, Notstandshilfe. Hat sie kein Gespür dafür, was nur ein, zwei Hunderter bei plötzlicher Arbeitslosigkeit und Not bedeuten?“, und ich habe dazu meine Frage gepostet, was er den spendet, und damit er es nicht als höhnisch missinterpretiert, habe ich in Klammer „als Orientierung“ dazu gestellt – und dann habe ich heute auf eine Antwort gespannt nachgeschaut und dieser mein „Kommentar“ war weg. Also hab ich ihn in etwa gleichlautend nochmals geschrieben. Und er war dann auch wieder weg.

Das hat mich an die stalinistischen Zensuren erinnert, wo dann plötzlich Trotzki auf den Fotos wegretuschiert war … oder Angela Merkel in Israel von einem Staatbesuchsfoto gelöscht wurde (allerdings in einer ultraorthodoxen Zeitung https://www.spiegel.de/consent-a-?targetUrl=https%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fpolitik%2Fausland%2Ftrauer-in-paris-israelische-zeitung-manipuliert-merkel-aus-foto-a-1012732.html&ref=https%3A%2F%2Fwww.google.at%2F) […]

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In der ZiB 2 am Sonntag, dem 19. April 2020 wurde Altbundespräsident sowie Altnationalratspräsident Heinz Fischer (* 1938) – im kaum ausgeübten Zivilberuf Universitätsprofessor für Verfassungsrecht – von Martin Thür (* 1982) zu der Frage der Verfassungsmäßigkeit der Einschränkungen anlässlich der Corona-Epidemie befragt und gab wie gewohnt sehr diplomatische Antworten. (https://tvthek.orf.at/profile/ZIB-2-am-Sonntag/13890057/ZIB-2-am-Sonntag/14048782/Ex-Bundespraesident-Fischer-ueber-Demokratie-und-Verfassung/14682856?meta=suggestion&query=fischer&pos=4)

Doch dann kam die Rede auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 und dass man sich damals auch die Frage gestellt hätte, ob man den Aufmarsch zum 1. Mai absagen sollte und er sagte – ich glaubte, ich höre nicht recht – dass man diesen abgesagt habe.

Das ist unwahr […]

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Dass Händewaschen lebensrettend sein kann, wollten die Ärzte zur Zeit von Ignaz Semmelweis (1818–1865) nicht wahrhaben: Sie konnten es nicht ertragen, dass sie selbst am Tode der frisch Entbundenen schuld sein sollten, nur weil sie sich zwischen dem Sezieren von Leichen und der Versorgung der Jungmütter nicht zum Händewaschen bequemen wollten – und nannten seine Forderung nach Hygiene „spekulativen Unfug“, so wie auch heute noch immer etwas lieber als dumm oder blöd bezeichnet wird, das man selbst nicht versteht, anstatt dass man einfach nachfragt (https://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Semmelweis).

Aber auch heute braucht es oft viel Kraft, andere zum  Händewaschen zu motivieren – aber warum? Tiere pflegen sich zu putzen, warum der „nackte Affe“ (so der Buchtitel des Zoologen Desmond Morris) also nicht?

Meine Großmutter mütterlicherseits fällt mir ein, die immer wieder empört davon erzählte, wie sie einmal den Teig für Semmelknödel zu mischen begann, eine ihrer drei Schwestern das Angebot aussprach, „Ich mach dir schnell die Knödel fertig – ich muss mir dann sowieso die Hände waschen!“ War es reine Ökonomie des Wassersparens – oder des Vermeidens, etwas von sich – in dem Fall die Sch(m)utzschicht – herzugeben (so wie Zweijährige Ihre Haare und Finger- und Zehennägel verteidigen, und auch ungern „etwas von sich“  ins Töpfchen abgeben wollen)? […]

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Es war laut den Medien das Corona-Virus, das das Leben von Dr.in Erika Seda (1923–2020) am 7. April beendet hat. Ich habe sie 1969 kennen gelernt – bei der ersten „Wiener Konferenz“ (der Jahresversammlung der Wiener Sozialistinnen – Namensänderung auf Sozialdemokratinnen seit dem Parteivorsitz von Franz Vranitzky), zu der ich delegiert worden war. Da ich damals noch „nur“ Juristin war, hatte sie, eine der ganz wenigen weiblichen Nationalratsabgeordneten, mich als junge Kollegin unter ihre Fittiche genommen: Ohne sie wäre ich wahrscheinlich eine angepasste Gesetzesverteidigerin geblieben – denn dass man Gesetze auch ändern kann und wie, das hatte ich im Studium nie gehört. Das habe ich „in der Partei“ gelernt.

Auf dieser Tagung hörte ich Erika Seda das erste Mal den damals gültigen § 91 ABGB (aus 1811!) – „Der Mann ist das Haupt der Familie. In dieser Eigenschaft steht ihm vorzüglich das Recht zu, das Hauswesen zu leiten; es liegt ihm aber auch die Verbindlichkeit ob, der Ehegattin nach seinem Vermögen den anständigen Unterhalt zu verschaffen, und sie in allen Vorfällen zu vertreten.“ – kritisieren. 1969 waren bereits viele gut ausgebildete verheiratete Frauen voll im eigenen Beruf (auch wenn sie Mütter waren) und wollten sich selbst vertreten – und sich auch ihr Einkommen nicht vom Ehemann wegnehmen lassen. Erika Seda hat bis in die späten 1970er Jahre, als dann endlich (ich zitiere ihre Wortwahl) „das Haupt der Familie geköpft wurde“, bei jeder sich bietenden Gelegenheit für die rechtliche Gleichstellung der Ehefrau in der Ehe gekämpft. Als ich sie vor ein oder zwei Jahren bei einer Festveranstaltung traf und daraufhin ansprach, dass das ja ihr Verdienst  war und nicht der von Johanna Dohnal, die damals noch eine „kleine Bezirksrätin“ war wie ich, seufzte sie und sagte dann, in der Partei wäre es eben so, dass Verdienste nach PR-Opportunitäten auch an andere verteilt würden […]

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Wenn man das Wasser im Aquarium nicht regelmäßig wechselt, gehen die Fische an ihren eigenen Ausscheidungsprodukten zugrunde.

Wenn ein Mensch sich mehrere Tage nicht (ausreichend) entleeren kann, vergiftet er sich an seinen eigenen Stoffwechselprodukten.

Wenn ein Mensch sich nicht seelisch reinigen kann (was hoffentlich zumindest in der Traumarbeit geschieht), wird er ebenso krank.

Das wusste bereits der niederländische Arzt Herman Boerhaave (1668–1738), von dem der Merksatz stammen soll, „Den Kopf halt kühl, die Füße warm und propfe nicht zu voll den Darm (das macht den besten Doktor arm)“. Letzterer drückt dann nämlich nach oben und ist eine Ursache für Kurzatmigkeit – und diese zählt zum gefährlichsten Symptom der Covid-19 Erkrankung: Das Blut kann dann Kohlendioxid nicht mehr abgeben und folglich auch keinen Sauerstoff mehr aufnehmen … Es ist immer wieder der gleiche Vorgang: Man erstickt am Abfall. Und genau das zeigt sich auch als globales Umweltproblem […]

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Da postete doch soeben ein SPÖ-Mitglied meines Wohnortes ein Bild, veröffentlicht von RALF Längle Landmaschinen (aus Tuttlingen in Deutschland), in dem ein Textquadrat mit folgenden Worten einen Riesen-LKW verdeckt: „Hallo ihr verblödeten GRÜNEN und Friday for Future Hüpfer. Was würdet ihr jetzt ohne die Scheiß DIESEL LKW machen? Wenn ihr Charakter hättet würdet ihr in Löcher kacken und den Arsch mit Gras abwischen.“

Ich habe gegen die Verbreitung dieser Hass-Wortwahl und Vergiftung des sozialen Klimas protestiert (wie auch etliche andere Poster mittels Negativ-Emojis) und – quasi als Bestätigung meiner vermuteten Motivation des Genossen – von ihm gleich eine drauf bekommen, vor allem weil ich Sachlichkeit eingefordert – und diese mit einem dafür erforderlichen IQ von über 120 verbunden habe: Wenn man nämlich Ansätze bzw. Fähigkeiten nicht permanent übt – was Zeit braucht – verkümmern sie (so wie es viele von ihrer Muskulatur kennen, wenn sie z. B. längere Zeit einen Arm im Gips tragen müssen, oder wie ich es derzeit erlebe, die als Kind 7 Jahre Klavier spielen gelernt hat und mich jetzt, wo ich es gerne wieder täte, leider nicht mehr ans „wie“ erinnern kann).

Der Nobelpreisträger Daniel Kahneman beschreibt in seinem Weltbestseller „Schnelles Denken – langsames Denken“, wie viel Zeit Vernunftdenken erfordert während emotional schnell – zu schnell – reagiert werden kann (und leider auch wird). Vernunftdenken muss geübt werden – und viele verweigern das, weil sie glauben, ihre Intelligenz werde mit dieser Anforderung bezweifelt – und das ist meist eine Folge von seinerzeitigem Lehrer-Spott oder gar Beschimpfungen […]

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Es wäre wichtig etwas zu den Vertuschungsversuchen mancher Gastro-Unternehmer (und deren Polit-Freunden) zu schreiben, drängen mich etliche AbonnentInnen meiner „Briefe gegen Gewalt“. Finde ich auch – nur sehe ich diese sogenannte Vertuschung sehr differenziert.

Einer meiner Standardsätze lautet: Was redlich ist, kann man bereden (gleicher Wortstamm!) – und was nicht redlich ist, sollte man gar nicht andenken.

Zuerst sehe ich daher einen Unterschied, ob jemand von vornherein plant, etwas Unredliches zu tun (wie beispielsweise bei sexueller Ausbeutung von Abhängigen in der Familie, in der Kunst, im Sport … und leider überall) und dazu schon abstreitende, verwirrende, verunsichernde oder drohende Argumente vorbereitet – oder ob jemand quasi unvorbereitet (egal aus welchen Gründen, mangelnde Problemsicht etwa oder subjektiv „höherwertige“ Güter wie Profitstreben) in eine „hochnotpeinliche“ Situation geraten ist und nun „sein Gesicht wahren“ oder „seinen Kopf retten“ will.  Beides schädigt – nicht nur die eigene Würde sondern auch die Gesundheit aller anderen.

Ein anderer meiner Standardsätze lautet nämlich: Das was krank macht, ist die Lüge – das, was heilt, ist die Wahrheit […]

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Zuerst eine grundsätzliche Vorbemerkung: Ich finde, dass man Notrufnummern gar nicht oft genug ins Bewusstsein rufen kann – vor allem auch den Frauennotruf 0800 222 555. Egal in welche Stress-Situation eine Frau gekommen ist –  allein Verständnis hilft ebenso, wie mit einer kompetenten Frau die nächsten Schritte abzuklären.

Was ich nicht so gut finde, sind die nunmehr in den Medien wiederholten Warnungen vor zunehmender häuslicher Gewalt bei verpflichtetem Verbleib in der Wohnung. Sprache hat Suggestivcharakter – und präventive Warnungen sind wie „den Teufel an die Wand malen“. Dann ist er nämlich da. In meinem Buch „Die Tao-Frau – Der weibliche Weg zur Karriere“ (C. H. Beck, München 1997 – noch erhältlich!) habe ich vorgeschlagen, statt dessen „einen Engel an die Wand zu malen“ und meine damit, sich selbst (aber auch anderen) konkrete Anleitungen für Krisensituationen zu geben.

Derzeit geben etliche PsychologInnen Tipps zur Frei-Zeit-Gestaltung unter beengten Lebensbedingungen: Ordnung machen, den Tag strukturieren, regelmäßige Telefonzeiten planen, Gymnastik betreiben, Filme anschauen (und bitte auch Bücher lesen!) … wie wenn man nicht ohnedies daheim Verabsäumtes und Liegengebliebenes nacharbeiten würde.

Was aber niemand sagt (bzw. erkennt), ist das Grundrezept: Wenn einem etwas zu „eng“, zu „dicht“ wird, braucht man „Abstand“ […]

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