Menschen, die unangenehme Erfahrungen „überlebt“, aber nicht kritisch reflektiert und „ausgedrückt“ haben, neigen dazu, diese unbewusst an andere weiterzugeben. Die häufigste solcher „unangenehmen Erfahrungen“ ist das Erleben, zu etwas gezwungen zu werden: Das beginnt schon bei den Kleinsten mit dem Zwang zu essen – dabei ist Ekel oft der erste Hinweis für eine Nahrungsunverträglichkeit, gefolgt vom Zwang zum Still-Sein oder Still-Halten, Dulden unerwünschter Berührungen, Zwang zu bestimmten Tätigkeiten aber auch zum Ertragen unerträglicher Belastungen (wie lange andauernder Lärmbeschallung – Streit der Bezugspersonen mitinbegriffen – Kälte, Dunkelheit, Angstmache, Drohungen, körperliche „Züchtigungen“, Einsperren etc. – alles, was es so an Miss-Handlungen gibt).

Der US-amerikanische Kinder- und Jugendpsychiater Bruce D. Perry beschreibt in „Der Junge, der wie ein Hund gehalten wurde“, wie traumatisierte Kinder oft ihre ganze Aufmerksamkeit der Vorsicht zum Schutz vor neuerlichen Übergriffen widmen müssen und daher nicht fähig sind, sich dem Unterricht zuzuwenden. Ich bin immer wieder erschüttert, wenn ich in meiner psychotherapeutischen Arbeit mitfühle, was manchen erwachsenen Menschen in ihrer Kindheit angetan wurde. Manches davon entspricht etwa dem, was im Film „Shining“ die Grenze psychischer Toleranz überschreitet (dann nämlich, wenn der mordversessene Vater, gespielt von Jack Nicholson, aus dem Blickwinkel des Kindes gezeigt/gefilmt und so die Zuseherschaft zur Identifikation mit dem lebensbedrohten Buben genötigt wird) […]

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Von der „Publikumsbeschimpfung“ zur „Medienbeschimpfung“ habe ich mir gedacht, als ich Peter Handkes verbale Müllabfuhr anlässlich seiner geplanten Ehrung in seinem Geburtsort Griffen (Kärnten) im Fernsehen miterlebte. Leider finde ich heute keine Dokumentation im Internet, aber ich erinnere mich, dass er mindestens zweimal das Wort „Scheiße“ in Richtung der angereisten Journalisten in den Mund nahm. Dafür fand ich heute ein Interview zum Thema „europäische Werte“ aus ORF III (https://www.youtube.com/watch?v=hyfmL74lKHg), in dem ihm das Wort „Arschlöcher“ von den Lippen perlt. (Nicht auszudenken, wie die Reaktion wäre, wenn eine Schriftstellerin wagen würde, sich derart daneben zu benehmen!)

Es stellen sich für mich folgende Fragen bzw. Interpretationen: Ist es nur eine Form von narzisstischer Kränkung, wenn ihn Journalisten danach fragen, was er (geboren 1941) – Nobelpreisträger für Literatur des Jahres 2019 – zu der wohl nachvollziehbaren Kritik von Saša Stanišić – geboren 1978 in Višegrad, Träger des Deutschen Buchpreis 2019 – an Handkes „eigenwilliger“ Position zu dem Massaker von Srebenica sage, statt ihn ausschließlich zu seinem Werk zu befragen? Will er dafür keine Verantwortung übernehmen – gar nicht daran erinnert werden?

Oder sind Fragen zu seiner Person tabu? Hält er sich für sakrosankt? Will er abblocken, dass ein Kollege der Söhne-Generation möglicherweise ein Tribunal zwecks Vatermord heraufbeschwört? Oder hat ihn die Preisvergabe in eine Krise gestürzt, wie es ja oft vorkommt, wenn jemand ein langersehntes Ziel erreicht, und er war „außer sich“? Aber warum hat er sich dann nicht nach einer Ruhepause entschuldigt? War ihm alles zu viel und es ist Verzweiflung über zuviel Aufmerksamkeit bzw. Verlust von Privatheit, die aus ihm herausgebrochen ist? Oder steckt in dem optisch zarten Mann bloß ein brutaler Rüpel, der zwar stark im Geben aber schwach Im Nehmen ist? […]

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Als ich Bezirksrätin der SPÖ Favoriten war (1973–1987), gründete ich als flankierende Maßnahme zur Fristenlösung – ich gehörte ja auch dem Aktionskomitee zur Abschaffung des § 144 STG an – 1975 die Familienberatungsstelle in der Puchsbaumgasse 30 (die wurde dann von meinem Nachfolger als LeiterIn in den Zentrumsbau Ada Christen Gasse 1 verlegt).  Da wurde ich doch im Klub der Mandatare aufgefordert, den dort Ratsuchenden rote Nelken zu verkaufen – was ich ablehnte. Wieso, empörte sich Maria Urban, eine alte Genossin (gut 30 bis 35 Jahre älter als ich damals war), die ein Milchgeschäft führte – sie verkaufe die doch auch ihren Kunden. Sie hatte den geistigen Übergriff auf Personen in schwierigen Lebenslagen nicht verstanden. (Vor 14 Tagen habe ich übrigens im Rahmen einer Fortbildungstagung für Psychiater zu Grenzüberschreitungen in Beratung und Therapie referiert – Verletzungen der finanziellen Selbstbestimmung gehört da auch dazu!)

Daran musste ich denken, als ich tagtäglich von dem politischen Druck las, höhere gesetzlich Obergrenzen für Parteispenden – denn da das Geld ja „kein Mascherl“ hat, kann man zwischen Wahlkampfspenden und Parteispenden nicht unterscheiden – einzuführen […]

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Unter Stalin war es üblich, unliebsame Genossen aus Fotos heraus zu retuschieren. Ähnliches geschah der Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer orthodox-jüdischen Zeitung anlässlich eines Gruppenfotos von Regierungschefs, auf dem sie als einzige Frau hervorstach. Und auch in Niederösterreich ist es unlängst vorgekommen, dass ein Kommunalpolitiker der „anderen“ Partei aus einem Foto entfernt wurde …

Heute lese ich im Standard auf Seite 4, kleine Meldung ganz unten: Titel „Expertin will für Uno mehr Macht für Ermittlungen“. Und dann: „Genf – Aus Anlass der Ermordung des saudischen Regimekritikers Jamal Khashoggi im Oktober 2018 hat die zuständige UNO-Menschenrechtsexpertin in Genf mehr Macht für die Uno gefordert, damit sie solche Fälle strafrechtlich untersuchen kann. Die UNO-Mitgliedsländer könnten eine ständige Einheit schaffen, die Ermittlungen aufnehmen kann. Eine solche könne durch eine Resolution der Vollversammlung oder des Menschenrechtsrats geschaffen werden.“ Der Name der mutigen Expertin ist ausgelassen worden – der des „Anlassfalles“ nicht. Ich sehe darin die gleiche Geisteshaltung, unliebsame Personen zu „löschen“.

Sie heißt Agnés Callamard  […]

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Seitdem ich am 18. Juni im Kurier (Seite 17) von der Unterschriftenaktion in unserem Nachbarort Dörfles (Großgemeinde Weikendorf) gegen den Zuzug einer palästinensichen Familie las, sinne ich hin und her, ob ich dazu etwas schreiben soll. Ich verstehe die Ängste eines 80-Haushalte-Orts – ich sehe aber auch den Stillstand der seelisch-geistigen Entwicklung zu weltoffenen, innovativen – auch sozial innovativen – Menschen , wenn man ohne persönliche Wahrnehmungen und Erfahrungen sondern nur auf Grund von Vorurteilen die Ängste bestehen lässt. Das mindeste wäre doch gewesen, sich die Familie einmal persönlich anzusehen … „Vorsingen“ heißt das auf der Universität, wenn man sich unbekannterweise aus eigenem um einen Lehrauftrag bemüht, und genau so ist es bei Musikwettbewerben … warum also nicht hier auch? […]

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Da lese ich doch am Freitag, 21. Juni 2019, im Kurier von „bekannten Nachnamen“ und Familientradition in den Reihen der Mandatare der FPÖ: die Väter Gudenus, Mölzer und Steger mit Söhnen und Tochter, die Brüder Scheuch, die Geschwister Haubner und Haider sowie Berlakowitsch und Jenewein oder Trattnig und Huber (von dem hatte ich noch nie was gehört) und zuletzt das Ehepaar Strache. Ganz klein werden – ohne Foto – die Prölls, Krainers und Haslauers auf ÖVP-Seite und auf SPÖ-Seite nur Vater Peter und Sohn Andreas Schieder samt Frau Sonja Wehsely genannt. (Dass Peter Schieders Schwester Jutta Bezirksvorsteher in Penzing war und deren Mann Gewerkschaftssekretär war offenbar nicht bekannt.)

Dabei war und ist gerade das Wiener Rathaus ein Familienbetrieb […]

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Es gibt Menschen, denen ist es ein hoher Wert, anderen Menschen eine Freude zu machen – egal ob diese das wollen oder nicht, die aber sehr ärgerlich werden, wenn man ihre Umarmungen oder Küsse abwehrt. Mir hat sogar einmal einer dieser Grenzüberschreiter an den Kopf geworfen, ich hätte wohl eine „Berührungsphobie“, nur weil ich von dem mir völlig Fremden nicht abgetatscht werden wollte. Gottlob gibt es heute Bücher für Kinder wie „Kein Küsschen auf Kommando“ und „Kein Anfassen auf Kommando“, nicht nur um kleine Kinder vor sexuellen Übergriffen zu schützen, sondern um überhaupt darauf aufmerksam zu machen, dass Anstand im Abstand besteht […]

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Es gibt Berufe, bei denen müssen die Ausübenden unentwegt üben. Ballett-Tänzer*innen etwa und andere Akrobat*innen, Konzertpianist*innen … und Chrirurg*innen. Freiberuflich arbeitende üben dann daheim – und besonders Musiker*innen sind dann leider oft mit Lärmbelästigungs-Beschwerden ihrer Nachbarn konfrontiert – auch eine Art von Mobbing. Besonders pikant dann, wenn dieselben Nachbarn abends laut Ö 3 laufen lassen … und das ist auch eine Art „Gewohnheitssache“.

Mobbing sind laut Definition regelmäßige feindselige Akte über einen langen Zeitraum (mindestens 3 bis 6 Monate), die die betroffene Person an der Ausübung ihrer Pflichten behindern. Nur rüpelhaftes Benehmen gehört nicht dazu […]

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Zu den klassischen NLP-Methoden gehört die Arbeit mit Zeitlinien.

Die meisten Menschen sind darauf hin erzogen worden, kausal zu denken: Was war DIE Ursache für eine bestimmte Folge, von der aus bestimmt wird, wer „schuld“ ist, d. h. bestraft werden muss bzw. wer Schadenersatz zu leisten hat. Das hat vor allem damit zu tun, dass Eltern bei Missgeschicken schnell reagieren – und unter Zeitdruck neigt man dazu, die eigenen Kindheitserfahrungen zu wiederholen. Auf diesem „linearen“ Denken beruhen viele Strafbestimmungen aber auch Versicherungskonditionen etc. – und vor allem die üblichen Selbstrechtfertigungen: Es gibt immer jemand, dem man die Schuld in die Schuhe schieben kann. Die Frage nach dem eigenen Anteil bleibt dabei ausgespart …

Die Alternative dazu bildet das „komplexe“ Denken, bei dem fast gleichzeitig an alle Einflussfaktoren – also auch seelische oder mentale, nicht nur die physischen – miteinbezogen werden. In der therapeutischen Gesprächsführung wird dann beispielsweise „gedehnt“ formuliert: „Was könnte denn noch mitbestimmend gewesen sein?“ (und nicht schnell „verhört“ und damit die Person in Stress gebracht – was meist dazu führt, dass sie das antwortet, von dem sie glaubt, dass es beim Gegenüber „gut ankommt“). Um diese Art des komplexen (kybernetischen, systemischen) Denkens einzuüben, hilft es, ein Tortendiagramm zu zeichnen und in die einzelnen Tortensegmente die phantasierten Anteile hineinzuschreiben. (Es dürfen auch welche davon frei bleiben). Damit kann man auch Vergangenheit (Erfahrungen, Dynamiken usw.) und Zukunft (Wünsche, Ängste usw.) miteinbeziehen.

Gewalt beginnt dort, wo man jemand auf einen bestimmten Punkt auf der biographischen Zeitlinie „fixiert“ […]

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In den Polittrainings der 1970er Jahre gab es seitdem Johanna Dohnal Wiener Frauensekretärin geworden war, Frauenselbstbewussseinstraining. (Ich habe damals auch die zugehörige Ausbildung zur Trainerin gemacht – vielleicht sollte ich diese Kurse in meinem Seminarzentrum in Matzen wieder anbieten?)

Ein wesentlicher Inhalt dabei war, dass wir nicht „man“ sagen sollten, sondern „ich“.

Der berühmte französische Soziologe und Sozialphilosoph Pierre Bourdieu (1930–2002) schrieb später (in „Anatomie des politischen Skandals“, herausgegeben von Rolf Ebbighausen und Sighard Neckel 1989): „Man müßte eine Sprachanalyse dieses Doppelspiels (oder Doppelich) vornehmen, wie auch rhetorische Strategien – insbesondere des steten Wechsels vom Ich zum Wir – in denen die strukturelle ,Falschheit‘ der Wortführer zum Ausdruck kommt. Auf der Ebene des Symbolischen schlagen sich Gewaltstreiche in Gestalt von Formverletzungen nieder – erst wenn man sich dessen bewusst wird, kann man Sprachanalyse zu einem Instrument der politischen Kritik und die Rhetorik zu einer Wissenschaft von den symbolischen Machtinstanzen machen. Wann immer der Apparatschik symbolische Schläge austeilen will, wechselt er vom Ich zum Wir. Statt ,Ich meine, dass ihr Soziologen die Arbeiter untersuchen solltet‘, sagt er dann: ,Wir meinen, dass …‘, oder ,Das gesellschaftliche Bedürfnis fordert …‘. Das Ich des Bevollmächtigten, sein partikulares Interesse hat sich hinter dem proklamierten Interesse der Gruppe zu verstecken, der Bevollmächtigte hat ,sein besonderes Interesse‘, wie es bei Marx heißt, ,zu einem allgemeinen zu machen‘, um es auf diese Weise als Interesse der Gruppe anerkennen zu lassen.“ (Seite 46, Fett gesetzte Worte sind  im Original kursiv hervorgehoben) […]

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Lange bevor NLP in den 1980er Jahren in Österreich bekannt wurde, hatten findige Parteitrainer bestimmte Taktiken selbst herausgefunden – aus welchen Quellen sie fündig geworden waren, wurde nicht gesagt. So erinnere ich mich gut an die allerersten Schulungen, die ich in ab 1970 besuchte, in denen der damalige „Parteipsychologe“ der SPÖ Dr. Milo Beran uns eintrichterte, in welcher Sprachform wir mit Menschen unterschiedlicher Milieus reden sollten: Mit Ungebildeten im Soziologendeutsch, mit Hochgebildeten möglichst derb bis ordinär. Und wir sollten in allen Gesprächen womöglich immer „Wir von der SPÖ“ einbauen – Betonung auf SPÖ – damit sich der Parteiname im Gedächtnis verankere.

„Wir von der SPÖ“ sollte zum „Mem“ werden und einen Sympathie-Sog erzeugen […]

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Nach einer berufsbedingt längeren Brief-Schreib-Pause sinniere ich seit Freitag, dem 17. (für die FPÖ wohl dem Pseudo-13.), über die vielen Erscheinungsformen von Gewalt, wie sie in der medialen Berichterstattung deutlich wird; Gewalt schreibe ich hier entsprechend der Definition des norwegischen Mathematikers, Politologen und Soziologen Johan Galtung, * 1930, Gründer des ersten Instituts für Friedensforschung in Europa und Träger des Alternativen Nobelpreis‘, als „feindseliger Akt, der das Potenzial des / der Anderen schädigt“.

Diesen „Anderen“ sehe ich nach reiflicher Überlegung nicht in dem einen oder anderen Politiker, so unangenehm und zukunftsschädigend das derzeitige Erlebenmüssen auch sein mag, sondern in uns allen – der Wählerschaft wie überhaupt der österreichischen Bevölkerung. Ich habe mich daher entschlossen, in mehreren aufeinander folgenden meiner „Briefe“ einige der Sprachmanipulationen aufzuzeigen, die mir in den letzten Tagen als besonders unfair und absichtlich verdummend aufgefallen sind […]

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Seit vorigem Jahr habe ich mein nächstes (61!) Buch für Kremayr & Scheriau in Arbeit – und es sollte „Haltung“ heißen: Ich wollte darin zeigen, wie man auch unter schwierigsten Bedingungen seine Würde ohne in die Fallen des selbstgefälligen Märtyrertums oder der camouflierten Rache zu stolpern behält. Als ich dann im Jänner wahrnahm, dass ein halbes Jahr früher ein Buch gleichen Titels erscheinen würde und der Autor der Alt-Vizekanzler sein würde, meditierte ich hinsichtlich eines neuen Titels: „Aufrichten!“

Nachdem ich dankenswerterweise ein Rezensionsexemplar des Mitterlehner-Buches zugesandt bekam, war ich logischerweise sehr neugierig auf den Inhalt – und erleichtert: Haltung ist etwas Statisches, Aufrichten etwas Dynamisches. Und wie schon Charles Darwin mit dem Schlagwort vom „survival of the fittest“ aufzeigte, überleben diejenigen, die sich anpassen können, und das ohne ihr Rückgrat zu verbiegen. Ich war aber auch enttäuscht – aber das zählt wohl zu meiner „Berufsdeformation“: Ich hatte gefühlstiefe Reflexion erwartet, Betonung auf tief, quasi auch als Hinweis auf eigene Motive, Visionen, Verzichte etc. Stattdessen beschreiben die ersten ein Drittel Seiten der 200 eine ganz normal langweilige Schul- und Studienzeit, wo doch gerade die inhaltliche Ausrichtung als ÖH-Funktionär interessant gewesen wäre. Mitterlehner bleibt verhalten: Wenn er schreibt „wurde mit der Heimleitung gestritten“ (S. 56), so enttarnt die Passivform, dass er nicht wirklich aktiv war. Diese Passivität zeigt sich immer wieder wie beispielsweise bei seinen Erklärungsversuchen, wieso sein „Ankommen“ im Parlament so lange gedauert habe – außer wenn er bekennt, „ich berücksichtigte auch einige Male nicht, was mir mein erster Chef Trauner eigentlich eingetrichtert hatte: Kritik ja, aber nur intern und nicht vor Zuhörern“ (S. 81). Nun, mit einem Jahr Zeitverzögerung legt er nun sein „Credo“ vor – aber wie unterscheidet sich dieses doch von dem Andreas Khols […]

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In einer Einrichtung der NÖ Lebenshilfe soll ein 17jähriger von Betreuungspersonen vorübergehend mit einer Strumpfhose gefesselt worden sein (https://derstandard.at/2000101730765/Behinderter-in-Niederoesterreich-gefesselt-Ermittlungen-gegen-Betreuer), war in den Medien zu lesen.  Ich nehme an, dass ich weiß, wo das geschehen ist. In der Nachbarschaft. Vermutlich waren die Betreuenden genervt, überfordert, ratlos. Und vermutlich nicht zum ersten Mal.

Und ich frage mich, weshalb niemand auf die Idee gekommen, fachkundige Supervision anzufordern – beispielsweise bei mir. Ich bin ja fast nebenan. Und ich weiß aus gut vierzigjähriger Supervisionstätigkeit, wie häufig es zu Fixierungen kommt (auch wenn sie verboten sind): Bei Selbst- oder Fremdgefährdungen, bei Demenzkranken, die nächtens ausbüxen, bei hochaggressiven Alkoholkranken … und ich weiß auch, dass den Betreuenden die nötige Ausbildung fehlt, anders als mit Blockierung des Bewegungsdrangs zu reagieren […]

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Ex-Papst Benedikt XVI glaubt es genau zu wissen: Die 1968er sind schuld an den sexuellen Übergriffen von Priestern, weil sie Homosexualität legitimiert hätten (https://www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/politik/ausland/benedikt-xvi-klima-der-68er-schuld-am-missbrauchskandal_aid-38056879).  Zumindest schreibe er das in einem 19 Seiten langen Manifest im bayrischen Klerusblatt, dessen Veröffentlichung laut seinen Angaben mit dem Vatikan abgestimmt ist.

Im Klartext sieht er keine Erfolge der seinerzeitigen wie nachfolgenden Priesterausbildungen, keine soziale Wirksamkeit der jeweiligen Vertrauenspriester (eine Art Supervision der Lebensgestaltung, daher auch unter Wahrheitspflicht – und ein Priester sollte ohnedies nie lügen!) und schon gar keine individuelle Verantwortlichkeit seiner Mitbrüder, sondern „die zeitgenössische Kultur ist des Teufels, die traditionelle, rechte Morallehre der Kirche wird vom Zeitgeist ins Martyrium verdrängt“ (Zitat aus der Saarbrücker Zeitung) […]

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