Einträge von Rotraud A. Perner

Dirty Campaigning

Kommenden Sonntag wird in Niederösterreich ein neuer Landtag gewählt und daher habe ich mir die Biographien der Spitzenkandidat:innen auf Wikipedia angesehen, besonders die der beiden Herren, die Landeshauptmann werden wollen. Zu Franz Schnabl sage ich nichts, da bin ich aus persönlichen Negativerfahrungen befangen. Aber wäre Mag. Karin Renner 2017 zur niederösterreichischen SPÖ-Vorsitzenden gewählt worden, wäre […]

Strafrechtspopulismus

Die Bundesregierung hat sich laut Kronenzeitung geeinigt, die Strafdrohungen für den Besitz von Darstellungen sexueller Gewalt an Minderjährigen (§ 207a stellt auf Minderjährige, d. h. unter 18 Jahren ab!) auf 5 Jahre Haft zu erhöhen (Fall Teichtmeister – Regierung einig: Härtere Strafen für Kinderpornos | krone.at). Ich empfinde das als reinen Populismus – oder Unwissenheit. […]

Darstellungen sexueller Gewalt

Vergangene Woche beherrschte die Nachricht, dass sich ein hochangesehener Schauspieler wegen § 207a Strafgesetzbuch (Besitz von Darstellungen sexueller Gewalt an Kindern) vor Gericht werde verantworten müssen, die Medien. Da ich diejenige bin, die als erste diese Strafbarkeit gefordert hat (nachzulesen in meinem Buch „Tabuthema kindlicher Erotik“, LIT Verlag, Berlin Münster Wien 2015) war ich als […]

Körpersprache!

„Falsches Lächeln wird trotz Maske erkannt“ war ein Bericht in den Salzburger Nachrichten (12.01.2023, S. 18) übergetitelt, und darin ging es darum, anhand von Videosequenzen mimischer Gefühlsdarstellungen durch ein Schauspielerpaar mal mit, mal ohne Gesichtsmaske herauszufinden, welche Emotionen von den Studienteilnehmer:innen erkannt werden konnten. Falsches Lächeln und Angst wurden richtig erkannt, ehrliches Lächeln, Ärger, Trauer […]

Klimakleber

Ein neues Wort ist entstanden. (Achtung Triggerwarnung: Es folgt Satire!) Das neue Wort entstammt der Familie der Kleber, Vater: der Sesselkleber (mag nicht teilen, daher auch niemand nachrücken oder gar überholen lassen), Mutter: die falsche-Wimpern-Kleberin (will mehr Aufmerksamkeit, bevorzugt filmisch festgehalten), Großeltern (in der NS-Zeit sozialisiert, daher nicht gegendert): die Watschenkleber mit „Ich kleb dir […]

„Kopfunter hängend“ …?

Da lese ich doch in der Kronenzeitung, die zwei einstigen Hauptdarsteller:innen in Franco Zefirellis berühmter Verfilmung von Shakespeares „Romeo und Julia“ – damals (1968) 15 und 16 Jahre alt (Missbrauchsvorwürfe – Millionen wegen Nacktszene: Stiftung wehrt sich | krone.at) – fühlten sich nunmehr rückblickend „missbraucht“ und forderten extrem hohe Gelsummen als „Entschädigung“. Der Titel eines […]

Selektive Aufmerksamkeit

Da lese ich doch gerade auf Facebook einen Beitrag aus dem SPÖ-Parlamentsklub: Wolfgang Sobotka benannte im wiedereröffneten Parlament einen Gang nach dem neoliberalen Ökonomen Friedrich August von Hayek. Konservative und Liberale berufen sich gerne auf seine Theorien. Doch die Ideen des umstrittenen Ökonomen haben sich historisch nicht bewährt. Auch Hayeks Menschenbild ist problematisch: Er ordnete […]

Kopfkino 3

28 Intimizide (Medienbezeichnung „Femizid“) werden von den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern im Rückblick auf 2022 gemeldet – und es ist nur zu hoffen, dass es heute, dem letzten Tag des Jahres, dabei bleibt. Noch viel umfangreicher sind die Zahlen der Kinder und Jugendlichen, die wie 2022 bekannt wurde, von ihren Kindergärtnern, Lehrern, Campbetreibern, Freizeitbetreuern etc. sexuell […]

Kopfkino 2

Da lese ich doch heute (30.12.2022) in den Salzburger Nachrichten auf Seite 16 als Titel „Hellers Fälschung: Vorhabensbericht fertiggestellt“ und weiter „Die Fälschung eines Rahmens von Jean-Michel Basquiat und dessen Verkauf haben dem Künstler André Heller ein Ermittlungsverfahren eingebracht“. Das in diesem Berichtstitel aufscheinende Wort „Vorhaben“ bezieht sich auf den Bericht der Staatsanwaltschaft Wien an […]

Kopfkino 1

Ohrwürmer können sehr lästig werden (dabei sind sie leicht loszuwerden: Man muss nur eine andere einprägsame Melodie mehrfach „drüberspielen“). Bei „Augenwürmern“ – live oder auf Bildschirmen erlebten Horrorbildern – ist das viel schwerer, da braucht es oft psychotherapeutische Hilfe (weil das neue Bild sehr sinnreich konstruiert werden muss, und dazu braucht es vor allem viel […]